Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Schwarzmarkt

Illegale Vermietungen im Visier: Kroatien macht Schluss mit Grauzone!

Illegale Vermietungen im Visier: Kroatien macht Schluss mit Grauzone!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Kroatien macht Schluss mit der Grauzone: Ein neues Gesetz soll illegale Ferienvermietungen künftig lückenlos aufspüren.

Kroatien will illegale Ferienvermietungen mit einem neuen Gesetz unterbinden. Tourismus- und Sportminister Tonči Glavina kündigte an, dass ein entsprechendes Gastgewerbegesetz noch bis Mai in das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren eingebracht werden soll. Im Mittelpunkt steht dabei eine verschärfte Kontrolle von Mietobjekten sowie die gezielte Eindämmung von Schwarzmarktaktivitäten im Tourismusbereich. „Bis Mai planen wir, das neue Gastgewerbegesetz in Kraft zu setzen, mit dem wir gewissermaßen dem illegalen Vermieten und der nicht registrierten Tätigkeit den Krieg erklären“, sagte Glavina.

Digitale Kontrolle

Ein wesentlicher Bestandteil des geplanten Regelwerks ist die Einführung verbesserter digitaler Kontrollmechanismen, die auf den EU-Vorgaben für Kurzzeitvermietungsplattformen aufbauen. Konkret soll es Online-Buchungsplattformen künftig untersagt sein, Unterkünfte anzubieten, die weder offiziell registriert noch mit einer formellen Betriebsgenehmigung ausgestattet sind. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass nicht autorisierte Vermieter ihre Objekte weiterhin über große internationale Plattformen an Reisende vermarkten können.

Jede einzelne Unterkunftseinheit soll eine eindeutige Identifikationsnummer erhalten, die von der kroatischen Steuerverwaltung verwaltet und überwacht wird. Damit wären die Behörden in der Lage, Vermietungsaktivitäten lückenlos in Echtzeit nachzuverfolgen. Glavina betonte, dass das neue System eine weitreichende digitale Aufsicht ermögliche, ohne dass dafür regelmäßige Vor-Ort-Kontrollen notwendig seien. „Dies ist eine Verpflichtung gemäß den Bestimmungen der Europäischen Kommission für große Plattformen und wird es uns ermöglichen, eine äußerst umfassende Kontrolle über die Vorgänge vor Ort auszuüben, ohne physisch vor Ort sein zu müssen“, sagte er.

Ab Juni 2026 benötigen alle Ferienwohnungen in Kroatien eine eindeutige Registrierungsnummer, die von der kroatischen Steuerverwaltung verwaltet wird.

Darüber hinaus sieht das Vorhaben eine Ausweitung der Befugnisse zuständiger Behörden vor. Kommunale Ordnungskräfte, der Zoll sowie die staatliche Aufsichtsbehörde sollen erweiterte Kompetenzen erhalten, um nicht angemeldeten Vermietungsaktivitäten wirksam begegnen zu können. Hintergrund dieser Pläne sind wachsende Bedenken hinsichtlich ungleicher Wettbewerbsbedingungen, fehlender Steuereinnahmen und der negativen Folgen eines unregulierten Tourismus für die betroffenen Gemeinden vor Ort.

⇢ Kroatien verschärft Regeln für private Vermieter!

Kongress der Branche

Die Problematik illegaler Vermietungen steht auch beim 5. Kongress für Familienunterkünfte im Fokus. Branchenvertreter werden sich dort über regulatorische Neuerungen und die künftige Ausgestaltung privater Ferienvermietungen austauschen. Barbara Marković, Präsidentin des Kroatischen Verbandes für Familienunterkünfte (HUOS), verwies darauf, dass eine eigene Podiumsdiskussion der Regulierung der sogenannten „Grauzone“ nicht registrierter Unterkünfte gewidmet sein wird.

Am ersten der beiden Kongresstage stehen neue gesetzliche Regelungen für Anbieter von Familienunterkünften auf der Agenda. Der zweite Tag ist für die Beantwortung von Fragen und die Behandlung konkreter Anliegen der Teilnehmer reserviert.

Der Tourismus zählt nach wie vor zu den tragenden Säulen der kroatischen Wirtschaft, weshalb die Behörden darauf bedacht sind, faire Wettbewerbsbedingungen und die Einhaltung geltender Vorschriften branchenweit sicherzustellen.

⇢ Ferienwohnungs-Hammer in Kroatien: Nachbarn bekommen Veto-Recht

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen