Hunderttausende ID-Austria-Zertifikate laufen bald ab – und Kriminelle nutzen genau das für eine perfide Masche.
Rund 300.000 ID-Austria-Zertifikate laufen österreichweit in den kommenden Monaten ab – konkret zwischen Mai und August 2026. Wichtig zu wissen: Offizielle Stellen verschicken dazu keine SMS-Benachrichtigungen. Legitime Informationen rund um ID Austria sind ausschließlich über id-austria.gv.at sowie a-trust.at abrufbar.
Neue Betrugsmasche
Genau diesen Umstand machen sich Kriminelle zunutze. Derzeit kursieren vermehrt gefälschte SMS-Nachrichten, die vor einem angeblich bevorstehenden Ablauf des ID-Austria-Zertifikats warnen und zur raschen Verlängerung auffordern. Die Nachrichten enthalten einen Link, der zu einer täuschend echt wirkenden, aber gefälschten Website führt. Dort werden persönliche Zugangsdaten, Passwörter und Bankverbindungen abgefragt – eine altbekannte Betrugsform in neuem digitalen Gewand, wie das Landeskriminalamt Oberösterreich erklärt.
Das Ausmaß der aktuellen Betrugswelle wird sichtbar: Nach Angaben des Bundeskriminalamts sind derzeit knapp 100 Fälle von Betrug im Zusammenhang mit der ID-Austria-Verlängerung bekannt, mit einem Gesamtschaden von rund einer halben Million Euro.
„Das Theaterstück ist ein altes, aber die Inszenierung ist neu. Finanzgeschäfte werden mittlerweile online ausgeführt, oft in Verbindung mit FinanzOnline oder der ID Austria. Die Täter machen nichts anderes, als mit der Zeit zu gehen, und haben ihre Handlungsweise modernisiert und digitalisiert“, sagt Gerald Sakoparnig vom Landeskriminalamt Oberösterreich.
Sofortmaßnahmen empfohlen
Wer bereits Daten über eine solche betrügerische Seite übermittelt hat, sollte unverzüglich reagieren. „Unabhängig davon, wer sich als Absender der Nachricht ausgibt, sollte eine dubiose Nachricht sofort gelöscht werden. Keinesfalls sollte ein Link in einer solchen Nachricht angeklickt werden“, sagt Sakoparnig.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Kreditkarte über den jeweiligen Anbieter sperren zu lassen, die eigene Bank zu informieren sowie den Support von ID Austria und A-Trust zu kontaktieren. Parallel dazu sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet werden.