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IS-Anhänger

Terror-Prozess startet: Swift-Attentäter drohen 20 Jahre Haft

Terror-Prozess startet: Swift-Attentäter drohen 20 Jahre Haft
FOTO: EPA-EFE/MATTEO BAZZI/zVg
4 Min. Lesezeit |

Ein geplanter Anschlag, ein Angriff in Mekka, ein FBI-Hinweis – jetzt beginnt der Prozess gegen zwei junge Österreicher.

Ab Dienstag steht Beran A. vor Gericht. Der Niederösterreicher soll 2024 Anschläge auf ein Taylor-Swift-Konzert geplant haben. Mitangeklagt ist Arda K., der ebenfalls dem Terrornetzwerk angehört haben soll. Beiden drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren.

Am ersten von insgesamt vier Prozesstagen sollen die Anklageschrift verlesen und die Beschuldigten befragt werden. Zeugen sind dem Vernehmen nach vorerst keine geladen.

Geständnis mit Einschränkungen

Was die Anschlagspläne auf das Taylor-Swift-Konzert betrifft, will Beran A. ein Geständnis ablegen – allerdings mit Einschränkungen. Seine Verteidigerin Anna Mair betont, die Pläne seien, insbesondere hinsichtlich der Wahl der Tatmittel, „unkonkret“ gewesen. Mair dürfte damit auf sichergestellte Chatverläufe anspielen, die Beran A. wenige Tage vor dem Konzert mit anderen IS-Mitgliedern geführt hatte.

Darin soll er Unsicherheit und Angst vor dem Tod zum Ausdruck gebracht haben – und sogar erwogen haben, eine sogenannte Ruqyah-Behandlung in Anspruch zu nehmen (islamische Heilmethode mittels Koranversen), um diese Ängste zu überwinden.

Die Staatsanwaltschaft zeichnet ein anderes Bild. Demnach habe der 21-Jährige ab Mitte Juli 2024 gegenüber mehreren Chatpartnern seine Anschlagspläne wiederholt bekräftigt und sich dabei sogar gefragt, ob er dafür die Zustimmung des IS benötige: „Brauch ich von ihnen eine Bestätigung oder ist es egal ob sie davon wissen was ich machen werde (…). Oder muss man sie kontaktieren und Bescheid geben wo man was vor hat.“

Einem 15-jährigen Deutschen soll er laut Anklage zudem vorgeschlagen haben, sich zu beteiligen: „Möchtest du einen gleichzeitigen Angriff machen… Du bei dir ich hier.“ Darüber hinaus habe er sich Bombenbauanleitungen beschafft, versucht, illegale Waffen zu erwerben, und schließlich den Treueschwur auf den IS geleistet.

Festgenommen wurde Beran A. schließlich im August 2024 nach einem Hinweis des FBI im niederösterreichischen Ternitz – im Zuge einer groß angelegten Polizeiaktion. Nach einer ersten Befragung erklärte Omar Haijawi-Pirchner, damals Chef der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, der Verdächtige habe angegeben, „dass er den Anschlag unter der Verwendung von Sprengstoff sowie Hieb- und Stichwaffen ausüben wollte, und sein Ziel war es, entweder heute oder morgen beim Konzert sich selbst und eine große Menschenmenge zu töten“. In der Folge wurden alle drei geplanten Taylor-Swift-Konzerte abgesagt.

Angriff in Mekka

Über vier Prozesstage hinweg soll nun geklärt werden, ob Beran A. und Arda K. schuldig sind. Die Anklage wirft dem jungen Mann aus Ternitz im Bezirk Neunkirchen vor, Mittelpunkt einer gefährlichen Terrorzelle gewesen zu sein. Gemeinsam mit Arda K. und einem dritten Verbündeten namens Hasan E. soll er 2024 gleichzeitige Anschläge im Nahen Osten geplant haben – in Istanbul, Dubai und Mekka.

Während Arda K. und Beran A. ihre Pläne nicht in die Tat umsetzten, griff Hasan E. in Mekka tatsächlich an: Er verletzte fünf Personen und wurde festgenommen. Einem Sicherheitsbeamten bei einer Moschee soll er in den Hals gestochen haben; als weitere Sicherheitskräfte eingriffen, setzte er seinen Angriff mit dem Messer fort und verletzte auch diese. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand ist bis heute wenig bekannt.

Eben wegen dieses mutmaßlichen Terrorangriffs müssen sich nun auch Beran A. und Arda K. vor Gericht verantworten. Sie sollen Hasan E. in seinen terroristischen Absichten bestärkt und damit jeweils einen psychischen Tatbeitrag zum versuchten Mord in Mekka geleistet haben. Die Verteidiger beider Angeklagter kündigten bereits im Vorfeld an, dass ihre Mandanten in diesen Punkten nicht schuldig plädieren werden.

Kennengelernt hatten sich die drei späteren IS-Anhänger bereits im Jahr 2020 – damals waren sie 15 Jahre alt und besuchten gemeinsam eine Handelsakademie in Wien-Favoriten. Nach einem Schulabbruch und einem einjährigen Aufenthalt in der Türkei kehrte Hasan E. 2022 mit einer deutlich radikaleren Islamauslegung nach Österreich zurück und wandte sich in der Folge dem Gedankengut des IS zu.

Nach der Festnahme durchleuchteten die Ermittlerinnen und Ermittler monatelang das Terrornetzwerk rund um Beran A. Mehrere Personen aus seinem Umfeld wurden seither verurteilt, darunter auch seine damalige Freundin.

Nun stehen Beran A. und Arda K. selbst vor Gericht – mit einer möglichen Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

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KO KOSMO-Redaktion
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