Ein Angriff war vorbereitet, der Befehl erteilt – dann kam die Kehrtwende. Trumps Kurs gegenüber Teheran bleibt auf Messers Schneide.
Donald Trump hatte den für den 19. Mai geplanten Militärschlag gegen den Iran nicht öffentlich angekündigt. Am Wochenende verschärfte er dennoch seinen Kurs gegenüber Teheran mit den Worten: „Für den Iran tickt die Uhr, und sie müssen sich bewegen – schnell, sonst wird von ihnen nichts übrig bleiben.“ In einer weiteren Mitteilung erklärte er, auf Bitten von Partnern aus der Region von dem geplanten Angriff Abstand genommen zu haben – darunter die Staatschefs von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Fristen gegenüber Teheran zu setzen und sie anschließend wieder zurückzunehmen ist für Trump kein Novum. In den vergangenen Tagen führte er Gespräche mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu sowie dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den anhaltenden Konflikt mit dem Iran.
Verzicht auf Angriff
Am Montag gab Trump über soziale Medien bekannt, vorerst auf einen Militärschlag zu verzichten. Zuvor hatte er gewarnt, dass dem Iran die Zeit für eine diplomatische Einigung davonlaufe und die Kämpfe nach dem fragilen Waffenstillstand von Mitte April wieder aufgenommen werden könnten.
Konkrete Details zum geplanten Angriff nannte er nicht. Er ließ jedoch verlauten, er habe dem US-Militär den Befehl erteilt, sich auf einen „vollen, massiven Angriff auf den Iran in sehr kurzer Zeit“ vorzubereiten, sollte keine akzeptable Vereinbarung zustande kommen.