Ein Knall, dann Stille – und wo ein Wohnhaus stand, bleibt nur Schutt. In Görlitz suchen Retter verzweifelt nach Überlebenden.
Am frühen Dienstagmorgen waren in der sächsischen Stadt Görlitz noch immer drei Menschen vermisst, nachdem am Vorabend ein mehrstöckiges Wohnhaus in der Nähe des Bahnhofs zusammengebrochen war. Wie die Polizei mitteilte, waren die drei Personen zuletzt nicht erreichbar und könnten sich zum Zeitpunkt des Einsturzes im Gebäude aufgehalten haben. Zwei weitere zunächst Vermisste wurden kurz nach Mitternacht wohlbehalten aufgefunden, wie eine Polizeisprecherin bestätigte.
Mögliche Gasexplosion
Als mögliche Unglücksursache untersuchen die Behörden eine Gasexplosion, wie die Polizei laut dpa bekanntgab. Ob tatsächlich eine Explosion den Einsturz ausgelöst hat, war zunächst noch nicht abschließend geklärt. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich heikel, weil am Unglücksort weiterhin Gas austrat.
Das Leck befinde sich unter den Trümmern und sei aus technischen Gründen derzeit nicht behebbar, erklärte die Sprecherin. Messgeräte überwachten laufend die Gaskonzentration in der Luft – eine weitere Explosion werde jedoch nicht erwartet.
Ein Mann, dessen Ehefrau und eine Verwandte möglicherweise unter den Trümmern verschüttet sind, schilderte gegenüber dpa, wie er die Explosion wahrgenommen hatte. Er sei gerade in einem nahe gelegenen Supermarkt einkaufen gewesen, als er den Knall hörte. Als er vom Einkaufen zurückkam, fand er an der Stelle des Hauses nur noch einen riesigen Schutthaufen vor.
Evakuierung & Eigentümer
Die unmittelbare Umgebung der Unglücksstelle wurde evakuiert und weiträumig abgesperrt. Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz rückten mit starken Kräften an. Das Gebäude beherbergte sowohl reguläre Mietwohnungen als auch Ferienwohnungen.
Eigentümerin des Objekts ist laut der städtischen Ordnungsbehörde die Wohnungsgesellschaft KommWohnen, eine Tochtergesellschaft der Stadt Görlitz.