Auf dem Gelände der MOL Petrolkémia Zrt. in Tiszaújváros kam es zu einer Explosion. Nach ersten Angaben der Stadtverwaltung ereignete sich der Unfall an einer Pyrogas-Benzinleitung – eine Information, die kurz darauf auch vom Katastrophenschutz bestätigt wurde. Die zuständige Behörde teilte mit, dass von dem Vorfall keine Gefahr für die Bevölkerung ausgehe.
Bei dem Unglück verlor ein Mensch sein Leben, mehrere weitere wurden schwer verletzt. Dojcsak David, Sprecher des Katastrophenschutzes für das Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur MTI, dass die Löscharbeiten im Gange seien und das mobile Labor bereits zum Einsatzort unterwegs sei.
Großaufgebot im Einsatz
Den Angaben der Behörde zufolge rückten die werkseigenen Feuerwehrkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zusätzlich wurden die Berufsfeuerwehren aus Tiszaújváros und Miskolc alarmiert sowie der katastrophenschutzbezogene Einsatzdienst des Komitats und das mobile Labor angefordert. Die Einheiten bekämpfen den Brand von mehreren Seiten gleichzeitig – mit Wasserwerfen und Schaumstrahlen – und kühlen dabei die betroffenen Anlagen.
Tiszaújváros‘ Bürgermeister Fülöp György bestätigte den Tod eines Menschen und ergänzte, dass die Löscharbeiten ausschließlich innerhalb des Werksgeländes stattfänden. Die Stadt stehe in engem Kontakt mit dem Katastrophenschutz sowie den Fachleuten des Mol-Konzerns.
Über die Folgen des Vorfalls kursierten zunächst widersprüchliche Angaben. Ministerpräsident Magyar Péter sprach von einem Todesopfer und sieben Schwerverletzten mit Brandverletzungen. Gesundheitsminister Hegedus Zsolt hingegen präzisierte: Ein Patient mit schweren, lebensbedrohlichen Atemwegsverletzungen sei per Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Debrecen gebracht worden, sieben weitere Personen hätten leichtere Brandverletzungen erlitten.
In einer späteren Aktualisierung korrigierte er die Zahl der Schwerverletzten auf zwei und bestätigte weiterhin sieben Leichtverletzte.
Mol-Konzern reagiert
Der Mol-Konzern veröffentlichte eine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall: Demnach ereignete sich die Explosion während des Wiederanfahrens der Olefin-1-Anlage am Standort Tiszaújváros. Es gebe mehrere Schwerverletzte sowie ein Todesopfer. Die genauen Umstände des Unglücks würden derzeit von Experten untersucht.
Die MOL Petrolkémia Zrt. gilt als größter Chemiekomplex Ungarns und deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffproduktion ab – von den Grundmonomeren wie Ethylen und Propylen bis hin zu den Endprodukten.
Energieminister Kapitany Istvan sowie Mol-Vorstandsvorsitzender Hernadi Zsolt befanden sich auf dem Weg zum Unglücksort.