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Virusalarm

Erster Ebola-Fall in Frankreich – Kontaktpersonen gesucht

Erster Ebola-Fall in Frankreich – Kontaktpersonen gesucht
Foto: epa/Paco Campos
2 Min. Lesezeit |

Frankreich meldet seinen ersten Ebola-Fall – ein Rückkehrer aus dem Kongo sorgt nun für höchste Alarmbereitschaft.

Ein humanitärer Helfer, der aus der Demokratischen Republik Kongo nach Frankreich zurückgekehrt ist, hat sich mit dem Ebola-Virus infiziert – es ist der erste bestätigte Fall auf französischem Boden seit dem schweren Ausbruch in Zentralafrika. Das französische Gesundheitsministerium bestätigte am Mittwoch, dass der Mann unmittelbar nach seiner Einreise in ein Krankenhaus eingeliefert und unter Isolation gestellt wurde, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Laut Behördenangaben ist sein Zustand derzeit stabil.

Parallel dazu haben die Behörden Ermittlungen eingeleitet, um alle Personen zu identifizieren, die möglicherweise Kontakt mit dem Erkrankten hatten. Diese Kontaktpersonen sollen als Vorsichtsmaßnahme für einen Zeitraum von 21 Tagen in häusliche Quarantäne.

Geringes Europa-Risiko

Noch vor Beginn der Fußball-WM hatte die Weltgesundheitsorganisation Europa darüber informiert, dass innerhalb der Europäischen Union weder aktive Ebola-Fälle noch eine lokale Übertragung des Virus festgestellt worden seien. Das Risiko für die europäische Bevölkerung wurde als gering bewertet. Als einziger vergleichbarer Vorfall war zuvor ein US-amerikanischer Arzt zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geflogen worden. Er wurde in der Berliner Charité versorgt und nach seiner Genesung inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.

Kein Impfstoff verfügbar

Ebola zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Die Übertragung erfolgt über direkten Körperkontakt sowie über Körperflüssigkeiten. Die Bekämpfung des aktuellen Ausbruchs wird dadurch erheblich erschwert, dass für den vorliegenden Erregertyp Bundibugyo bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine gezielte Therapie zur Verfügung steht. Nach Angaben von WHO und ECDC gibt es gegen das aktuell in der Demokratischen Republik Kongo zirkulierende Bundibugyo-Ebolavirus derzeit keinen zugelassenen Impfstoff, und alle Impfstoffkandidaten befinden sich noch in frühen, nicht am Menschen erprobten Entwicklungsstadien. Die Europäische Seuchenbehörde ECDC weist darauf hin, dass der in der EU zugelassene Ebola-Impfstoff nur gegen den Zaire-Ebolavirusstamm wirkt und nach heutigem Kenntnisstand keinen Schutz vor dem Bundibugyo-Virus bietet.

Seit dem Bekanntwerden des Ausbruchs im Mai sind in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 1.000 Infektionen laboratorisch bestätigt worden. Das Informationsministerium in Kinshasa meldete zudem mehr als 260 Todesfälle unter den bestätigten Erkrankten, die sich auf drei nordöstliche Provinzen des Landes verteilen.

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KO KOSMO-Redaktion
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