Ein Zweikampf, ein Knochensplitter, fünf Spiele Sperre – und ein Wiedersehen, das niemanden kaltlässt.
Assim Madibo wird die Weltmeisterschaft von der Tribüne aus verfolgen müssen – zumindest für die nächsten fünf Spiele. Der FIFA-Weltverband verhängte in der Nacht zu Donnerstag eine entsprechende Sperre gegen den 29-jährigen Katarer, nachdem dieser beim Gruppenspiel gegen Kanada eine Rote Karte nach Videobeweis erhalten hatte. Auslöser war ein Zweikampf mit Ismael Kone, bei dem Madibo den 24-Jährigen unglücklich an der Wade traf.
Die Sperre gilt für alle Länderspiele – auch über das Turnier hinaus. Was in diesem Moment auf dem Rasen geschah, war kaum zu ertragen. Kone blickte fassungslos auf seinen eigenen Unterschenkel, der Knochen sichtbar verschoben.
Rote Karte umstritten
Mitspieler und Gegner reagierten mit Entsetzen, schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. Madibo selbst stand wie erstarrt, entschuldigte sich mehrfach bei dem am Boden liegenden Kanadier – der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben.
ACHTUNG: Verstörende Bilder!
This was so heartbreaking .
— Mwikya. (@_demwiky) June 19, 2026
Quick recovery Ismael Kone pic.twitter.com/9ubypLmrjg
Thomas Müller, der die Partie anschließend bei MagentaTV analysierte, fand klare Worte: „Man sieht dem Spieler von Katar an, dass da was passiert ist. Dem steht der Schock ins Gesicht geschrieben. Auch in der Realgeschwindigkeit hat man gesehen, dass das nicht gut aussieht.“ Die Rote Karte wollte der Weltmeister dennoch nicht akzeptieren: „Die Rote Karte kann ich nicht nachvollziehen. Die unglückliche Verletzung wiegt natürlich schwer, aber das war ein ganz normales Foul, das war niemals Rot, noch nicht mal Gelb.“
ACHTUNG: Verstörende Bilder!
Es durísima la lesión de Kone de Canada. Imágenes totalmente sensibles. Mucha fuerza para el. Piel de lija. pic.twitter.com/DagBUt4By2
— UniversoCeleste🏴☠️+1 (@UniversoCelest) June 18, 2026
Mats Hummels schloss sich dieser Einschätzung an: „Das sah nach einem 08/15-Foul aus.“ Ungeachtet dieser Kritik blieb die FIFA bei ihrer Linie und bestätigte die Sperre über fünf Partien – eine Entscheidung, die weit über das laufende Turnier hinauswirkt.
Kones Rückkehr
Für Kone hingegen war der Mittwoch ein bewegender Abend. Der Profi von US Sassuolo zog sich bei dem Foul einen Bruch des Schien- und Wadenbeins am linken Bein zu und wurde laut kanadischem Fußballverband bereits erfolgreich operiert. Kurz vor dem letzten kanadischen Gruppenspiel gegen die Schweiz kehrte er ins WM-Stadion Vancouver zurück – im Rollstuhl, aber mit einem Lächeln. Als er in den Innenraum der überdachten Arena geschoben wurde und den Fans zuwinkte, brandete Applaus auf.