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Mordfall

17-Jähriger in Hinterhalt gelockt: Fünf Jugendliche prügeln ihn zu Tode

17-Jähriger in Hinterhalt gelockt: Fünf Jugendliche prügeln ihn zu Tode
(Symbolbild FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Ein Hinterhalt, fünf Angreifer, eine Kamera – und ein 17-Jähriger, der keine Chance hatte.

In Narbonne im Süden Frankreichs wurde der 17-jährige Louis in einen Hinterhalt gelockt und von einer Gruppe aus fünf Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Während Louis völlig allein und schutzlos war, schlugen und traten die Angreifer wiederholt auf ihn ein – auch dann noch, als er bereits reglos am Boden lag. Sie trafen ihn im Gesicht, an den Schläfen, an Mund und Nase.

Die Tat wurde gefilmt und gelangte später ins Internet. Das Video zeigt nicht nur das Ausmaß der Gewalt, sondern auch, wie einer der Täter sich während der Attacke selbst inszeniert: Während Louis kaum noch atmen kann, posiert der junge Mann mit Victory-Zeichen in die Kamera. Danach lassen die Täter – zwischen 17 und 19 Jahre alt – ihr Opfer einfach liegen und fliehen.

Tod nach fünf Tagen

Erst am Morgen danach entdeckte ein Arbeiter den bewusstlosen Louis auf dem abgelegenen Baustellengelände in Narbonne. Er wurde sofort in eine Spezialklinik gebracht, doch die Ärzte konnten sein Leben nicht retten. Fünf Tage nach der Tat starb Louis.

Staatsanwalt Jean-Philippe Rey erklärte auf einer Pressekonferenz: „Die bisherigen Ermittlungsergebnisse lassen darauf schließen, dass diese äußerst schwere Tat geplant war und die Beschuldigten dem Opfer einen Hinterhalt gestellt hatten, indem sie ihn auf eine Baustelle lockten, um ihn dort zu Tode zu prügeln.“ Alle fünf Tatverdächtigen wurden von der Polizei identifiziert. Gegenüber der britischen Zeitung „The Sun“ sagte eine Quelle aus Ermittlerkreisen: „Alle sind Jungs aus der Gegend und der Polizei wegen Jugendkriminalität und anderer Probleme bestens bekannt.“

Die Männer wurden angeklagt und befinden sich in Untersuchungshaft. Mit dem Tod von Louis dürfte sich der ursprüngliche Vorwurf des versuchten Mordes nun zu Mord wandeln.

Nach Informationen des französischen Medienportals „CNews“ und der „Sun“ kannten sich Opfer und Tatverdächtige aus verschiedenen Kinderheimen. Louis lebte demnach in einer Wohngruppe in Frankreich, nachdem ihn seine Familie in die Obhut des Jugendamtes gegeben hatte. Den Berichten zufolge wurde der 17-Jährige bereits Anfang des Monats von einigen der Tatverdächtigen angegriffen. Ob dieser Vorfall den Heimen oder den zuständigen Behörden gemeldet wurde, ist nicht bekannt.

Kamera als Siegesgeste

Neben der eigentlichen Gewalttat brennt sich eine weitere Szene aus dem Video besonders ein: Ein Täter richtet die Kamera auf den am Boden liegenden Louis und geht dabei ganz nah an sein Gesicht heran. Der schwer verletzte Teenager röchelt laut, ringt verzweifelt um Luft. Doch der junge Mann mit dem Handy leistet ihm keine Hilfe.

Stattdessen schwenkt er die Kamera auf sich selbst – und lächelt. Er macht das Victory-Zeichen, streckt die Zunge heraus. Dann richtet er das Handy erneut auf Louis, ballt vor dessen Gesicht die Faust und bewegt sie leicht auf und ab. Es wirkt wie eine Siegesgeste.

Das Motiv hinter dem Angriff ist bislang ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem, ob Rache eine Rolle gespielt haben könnte. Die Aussagen der Beschuldigten seien bislang widersprüchlich.

In Frankreich löst die Tat tiefes Entsetzen aus und befeuert erneut die Debatte über die Migrationspolitik. Zur Staatsangehörigkeit der jungen Männer hat sich die Staatsanwaltschaft offiziell noch nicht geäußert. Laut der Quelle, die mit „The Sun“ gesprochen hat, sind sie Franzosen.

Der Tod von Louis ruft Erinnerungen an den Fall des 15-jährigen Shemseddine wach, der im April 2024 nach einer ebenso brutalen Prügelattacke durch Jugendliche gestorben war.

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KO KOSMO-Redaktion
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