Er beißt durch Aluminium, trägt eines der stärksten Tiergifte der Welt – und breitet sich rasant aus.
Der Hasenkopf-Kugelfisch – wissenschaftlich als *Lagocephalus sceleratus* bekannt – hat sich im Mittelmeer zu einer ernstzunehmenden Bedrohung entwickelt. Erstmals 2005 in griechischen Gewässern nachgewiesen, ist die invasive Art heute entlang nahezu der gesamten griechischen Küstenlinie präsent. Experten schlagen Alarm: Ein einziges Weibchen kann bis zu einer Million Eier pro Jahr produzieren – eine Vermehrungsrate, die die Eindämmung der Population zur echten Herausforderung macht.
Die Folgen sind nicht nur ökologischer Natur. Das Griechische Zentrum für Meeresforschung (ELKETHE) beziffert den durchschnittlichen jährlichen finanziellen Verlust durch den Hasenkopf-Kugelfisch für Küstenfischer auf rund 8.500 Euro pro Fischereifahrzeug. Der Kugelfisch zerstört Netze und dezimiert den Fang – ein doppelter Verlust, der die Fischereiwirtschaft der betroffenen Küstenregionen zunehmend unter Druck setzt.
Gefahr für Menschen
Für Aufsehen sorgte zuletzt ein in sozialen Netzwerken viral gegangenes Video, das zeigt, wie ein Kugelfisch mühelos eine Aluminiumdose durchbeißt. Obwohl Angriffe auf Menschen selten sind, können die kräftigen Kiefer des Tieres schmerzhafte Verletzungen und starke Blutungen verursachen. Badegäste, Taucher und Fischer werden daher eindringlich gewarnt, den Fisch keinesfalls mit bloßen Händen anzufassen – besonders dann, wenn er in flachem Wasser gesichtet oder im Netz gefangen wird.
Hinzu kommt eine weitere, weitaus gefährlichere Eigenschaft: Der Kugelfisch enthält Tetrodotoxin (starkes Nervengift), eines der stärksten natürlichen Gifte überhaupt. Schon geringe Mengen können Lähmungen, Atemstillstand und den Tod herbeiführen. Der Verzehr des Tieres ist daher strikt zu vermeiden.
Koordinierte Fangaktion
Um der weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken, haben griechische Fischer eine koordinierte Fangaktion ins Leben gerufen, die bis Ende Juni andauern soll. Fischer aus dem gesamten Land beteiligen sich an dem organisierten Einsatz. Parallel dazu prüfen die zuständigen Behörden zusätzliche Maßnahmen: Das zuständige griechische Ministerium für ländliche Entwicklung plant ein Prämiensystem, nach dem Berufsfischer für jeden gefangenen Hasenkopf-Kugelfisch eine finanzielle Entschädigung pro Kilogramm erhalten sollen – eine Maßnahme, die Anreize zur aktiven Bekämpfung der invasiven Art schaffen soll.