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Kindesmisshandlung

Müll und Fäkalien: Polizei rettet 16 Kinder aus Horror-Haus

Müll und Fäkalien: Polizei rettet 16 Kinder aus Horror-Haus
Symbolbild FOTO: IStock
3 Min. Lesezeit |

16 Kinder, ein verwahrlostes Haus, vier Verdächtige – ein Zufallsfund in Ohio erschüttert selbst erfahrene Ermittler bis ins Mark.

In einem heruntergekommenen Haus im US-Bundesstaat Ohio haben Ermittler 16 Kinder entdeckt, die dort unter katastrophalen Verhältnissen gelebt haben sollen – umgeben von Müll und menschlichen Fäkalien, über einen Zeitraum von fast vier Jahren. Aufgedeckt wurde der Fall am Dienstag (30. Juni) eher zufällig, als Beamte einen Durchsuchungsbeschluss in einer völlig anderen Angelegenheit vollstreckten. „Wir wussten nicht, dass sie dort sein würden“, erklärte Ohios Justizminister Andy Wilson auf einer anschließenden Pressekonferenz.

Der Zustand, in dem die Kinder vorgefunden wurden, hat selbst erfahrene Behördenvertreter erschüttert. Wilson beschrieb sie mit den Worten: „Sie sahen fast wie wilde Tiere aus.“ Ryan Cain, Sheriff des Vinton County, ergänzte: „Ein Großteil unseres Viehs wurde unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder. Einfach ein widerlicher Anblick.“

Aufnahmen des Anwesens zeigen eine Holzterrasse und einen Garten, auf dem sich alte Reifen, ein Hochstuhl und weiterer Unrat angehäuft haben. Im Inneren des Gebäudes türmte sich der Müll meterhoch. Laut Berichten US-amerikanischer Medien, darunter die New York Times, sind alle 16 Kinder – Mädchen und Jungen im Alter zwischen eineinhalb und 18 Jahren – derselben Familie zuzurechnen.

Enge Verhältnisse

Wie der Sheriff weiter mitteilte, verbrachten die Kinder den überwiegenden Teil ihrer Zeit in einem Raum, der gerade einmal rund 3,5 mal 3,5 Meter maß – das entspricht etwa 12,3 Quadratmetern. Auf welche Weise sie dort festgehalten wurden, ließ er offen. Käfige wurden bei der Durchsuchung nicht gefunden.

Eine 18-Jährige mit einer Entwicklungsstörung war demnach nicht in der Lage, ihren eigenen Namen zu schreiben. Unklar bleibt bislang, ob alle 16 Kinder Geschwister sind oder in welchem genauen Verwandtschaftsverhältnis sie zueinander stehen. Sieben der Kinder wurden in Krankenhäuser in Columbus eingeliefert, zwei davon per Hubschrauber; eines befand sich am Dienstag in einem kritischen Zustand. Nach Angaben des Ohio Generalstaatsanwalts wurden einige der Kinder behandelt und entlassen, während andere in spezialisierte Einrichtungen verlegt wurden und weiterhin in ernstem bzw. kritischem Zustand im Krankenhaus liegen.

Vier Festnahmen

Die vorläufige Obhut über alle Mädchen und Jungen hat das Ohio Department of Job and Family Services übernommen. Festgenommen und wegen Kindesgefährdung angeklagt wurden die Eltern Gary Siders Jr. (36) und Elizabeth Siders (33) sowie die Großeltern Gary Siders Sr. (73) und Christina Siders (67). Die vier Beschuldigten wurden jeweils wegen 16 Fällen von schwerer Kindesgefährdung angeklagt und befinden sich auf einer Kaution von jeweils 300.000 US-Dollar weiterhin in Haft. Generalstaatsanwalt Wilson bezeichnete ihr Handeln als „pures Bösen“. Vor Gericht plädierten alle vier auf nicht schuldig.

Den Ermittlungen zufolge ist die Familie in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach durch den Süden Ohios gezogen. Behördentermine und Arztbesuche sollen die Eltern dabei konsequent gemieden haben. Das Haus, in dem die Kinder gefunden wurden, steht in Hamden – einer Ortschaft mit weniger als 1.000 Einwohnern im Vinton County, etwa 97 Kilometer südöstlich von Columbus.

Das Gebäude liegt an einer Straße neben einem steilen Bahndamm; dichtes Gebüsch und Bäume verdecken die Sicht zu den umliegenden Nachbarn. Von der Straße aus ist das Haus jedoch gut einsehbar.

Nach Angaben der Ermittler wusste offenbar niemand außerhalb der Familie, dass die Kinder dort überhaupt lebten.

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KO KOSMO-Redaktion
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