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Tierschutz

30 Löwen und Tiger aus Horror-Zoo gerettet

30 Löwen und Tiger aus Horror-Zoo gerettet
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

30 Löwen und Tiger, drei Kontinente, ein Ziel: Die größte Großkatzen-Rettung Lateinamerikas ist in vollem Gange.

Jahrelang hausten sie in engen Betongehegen, manche von ihnen tragen bis heute schwere gesundheitliche Schäden davon. Für 30 Löwen und Tiger aus einem geschlossenen argentinischen Zoo beginnt nun ein neues Kapitel. Ihre Rettung ist ein logistisches Großprojekt, das sich über drei Kontinente erstreckt.

Für die erfahrenen Tierschützer von VIER PFOTEN ist selbst diese Dimension alles andere als Routine: 30 Löwen und Tiger werden gleichzeitig aus Argentinien ausgeflogen, um künftig in Schutzzentren in Südafrika und den USA ein neues Zuhause zu finden.

Am 17. August nahm die aufwendige Rettungsaktion ihren Ausgang am ehemaligen Zoo Luján nahe Buenos Aires. Neun Tiger und sechs Löwen werden im Großkatzen-Schutzzentrum LIONSROCK von VIER PFOTEN in Südafrika aufgenommen. Acht weitere Tiger und sieben Löwen kommen bei der Organisation „The Wild Animal Sanctuary“ in Colorado unter.

Logistik & Vorgeschichte

Einfach eine Transportbox öffnen, die Großkatze hineingeleiten und zum Flughafen fahren – bei 30 Tieren dieser Art ist das schlicht nicht möglich. Allein die unmittelbaren Vorbereitungen nahmen vier Tage in Anspruch. Einige der Tiere waren eigens trainiert worden und betraten ihre Transportboxen freiwillig, andere mussten anästhesiert und unter tierärztlicher Begleitung sicher untergebracht werden.

Hinter den Großkatzen liegt eine bedrückende Vergangenheit. Der private Zoo Luján war einst dafür bekannt, Besuchern direkten Kontakt mit Großkatzen zu ermöglichen. 2020 schlossen die argentinischen Behörden die Anlage aus Tierschutzgründen, die Tiere verblieben jedoch auf dem Gelände. Mehr als 60 Löwen und Tiger sowie zwei Bären lebten dort unter Bedingungen, die laut VIER PFOTEN weder ihren körperlichen noch ihren verhaltensbezogenen Bedürfnissen entsprachen.

Welche Spuren diese Jahre hinterlassen haben, zeigt sich am Gesundheitszustand zahlreicher Tiere. Die Tierschützer dokumentieren unter anderem Zahnerkrankungen, Nierenprobleme, schlecht verheilte Verletzungen und Folgeschäden durch Krallenamputationen. In den neuen Schutzzentren sollen die Tiere individuell behandelt und betreut werden.

Bei der groß angelegten Umsiedlung spielen jedoch nicht nur Transportwege und medizinische Versorgung eine Rolle. Auch die sozialen Bindungen der Tiere flossen in die Planung ein. Unter den 30 Großkatzen befinden sich Familiengruppen sowie Tiere, die bereits seit langer Zeit miteinander leben – diese Gemeinschaften sollen erhalten bleiben.

Monatelange Vorbereitung

Der aktuellen Aktion gingen monatelange Vorbereitungen voraus. Bereits im Herbst 2025 führte VIER PFOTEN nach eigenen Angaben die bislang umfangreichste veterinärmedizinische Untersuchung von Großkatzen in Lateinamerika durch. In weniger als einem Monat wurden insgesamt 64 Tiere untersucht, operiert oder behandelt.

Für einige der ehemaligen Bewohner von Luján hat das neue Leben bereits früher begonnen. Im Februar 2026 wurden die beiden Bären Gordo und Florencia sowie die Tigerin Flora in europäische Schutzzentren von VIER PFOTEN gebracht. Mit den nun ausgeflogenen 30 Großkatzen ist die Rettungsaktion allerdings noch nicht abgeschlossen.

Für jene Tiere, die weiterhin auf dem Gelände des ehemaligen Zoos verbleiben, müssen langfristige Lösungen gefunden werden. Gleichzeitig arbeitet die Organisation gemeinsam mit der argentinischen Regierung daran, den rechtlichen Schutz der Tiere zu stärken.

Eine 2025 geschlossene Vereinbarung zielt darauf ab, die private Haltung und den kommerziellen Handel mit Großkatzen in Argentinien zu beenden. Im Juli 2025 unterzeichneten Daniel Scioli, zuständig für Tourismus, Umwelt und Sport, und Luciana D’Abramo von VIER PFOTEN ein Memorandum of Understanding, das dieses gemeinsame Ziel festlegt.

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KO KOSMO-Redaktion
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