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Diaspora

„Komm, ich zahl“ – der teuerste Satz im Balkan-Urlaub

„Komm, ich zahl“ – der teuerste Satz im Balkan-Urlaub
(FOTO: Mit KI erstellt)
3 Min. Lesezeit |

Tank, Maut, Geschenke, Restaurants, Verwandte, Kaffee und „komm, ich zahle“: Wer seinen Sommer am Balkan verbringt, kennt das Phänomen. Kaum angekommen, scheint das Geld plötzlich schneller zu verschwinden als in Österreich.

Monatelang freut man sich auf den Urlaub. Das Auto ist vollgetankt, die Koffer sind gepackt und nach hunderten Kilometern endlich das vertraute Ortsschild.

Doch kaum ist man angekommen, beginnt eine zweite Tradition vieler Diaspora-Familien: Geld ausgeben.

Hier ein Essen mit den Cousins. Dort Kaffee für die ganze Runde. Geschenke für die Familie. Dann noch ein Geburtstag, eine Hochzeit oder ein spontaner Grillabend.

Und natürlich gilt viel zu oft der Satz: „Pusti, ja ću.“ – Lass, ich zahle.

Der Urlaub beginnt schon auf der Autobahn

Für viele Familien entstehen die ersten Kosten lange vor der Ankunft.

Treibstoff, Maut, Vignetten, Essen unterwegs und vielleicht eine Übernachtung. Wer mit Kindern fährt, kennt zusätzlich spontane Stopps, Snacks und Getränke an Autobahnraststätten.

Am Ziel angekommen wird es nicht unbedingt günstiger.

Für alle etwas mitbringen

Gerade bei Familienbesuchen gehören Geschenke fast selbstverständlich dazu.

Parfum für die Tante, Kleidung für die Kinder, Süßigkeiten, Kaffee oder andere Kleinigkeiten. Niemand möchte mit leeren Händen kommen.

Und in vielen Familien funktioniert das auch in die andere Richtung: Bei der Heimfahrt ist das Auto plötzlich voller Lebensmittel, selbst gemachter Spezialitäten und Dinge, bei denen Oma darauf besteht, dass man sie unbedingt mitnehmen muss.

Der Balkan-Urlaub ist eben selten nur Urlaub – er ist gleichzeitig Familienbesuch.

„Du bist doch aus Österreich“

Hinzu kommt eine Erwartung, über die nicht jeder gerne spricht.

Wer in Österreich lebt und arbeitet, gilt bei manchen Verwandten automatisch als finanziell besser gestellt. Dass auch hier Miete, Kredite, Versicherungen und hohe Lebenshaltungskosten bezahlt werden müssen, bleibt dabei gerne im Hintergrund.

So entsteht schnell die Rolle desjenigen, der im Restaurant übernimmt, beim Kaffee bezahlt oder großzügiger schenken soll.

Meist passiert das freiwillig. Man sieht die Familie schließlich nur wenige Male im Jahr.

Doch aus einem kleinen Betrag hier und einem kleinen Betrag dort kann innerhalb weniger Wochen eine überraschend hohe Summe werden.

Im Urlaub sitzt das Geld lockerer

Natürlich gehört auch ein anderer Faktor dazu: Man ist im Urlaub.

Man geht häufiger essen, trifft Freunde, bestellt noch eine Runde und sagt sich: „Wir sind schließlich nur einmal im Jahr hier.“

Genau darin liegt vielleicht der Unterschied zum Alltag in Österreich.

Zu Hause überlegt man zweimal, ob man unter der Woche essen geht. Im Urlaub werden zwölf Menschen spontan zum Abendessen eingeladen.

Und trotzdem machen wir es wieder

Nach der Rückkehr folgt bei manchen der kleine Schock beim Blick aufs Konto.

Dann heißt es: Nächstes Jahr geben wir weniger aus.

Und ein Jahr später sitzen wieder alle gemeinsam am Tisch. Der Kellner bringt die Rechnung und drei Hände greifen gleichzeitig danach.

Denn vielleicht ist genau das eines dieser irrationalen Dinge, die zur Diaspora dazugehören: Man beschwert sich über die Kosten – und würde die gemeinsamen Wochen trotzdem gegen nichts eintauschen.

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KO KOSMO-Redaktion
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