Eine Busfahrt in Oberösterreich endet mit einem Großeinsatz – und enthüllt eine erschütternde Vorgeschichte.
Eine Busfahrt in Bad Goisern endete am Montag in einem Großeinsatz der Einsatzkräfte. Eine 45-jährige Wienerin soll ihre 13-jährige Tochter mit einem Obstmesser angegriffen haben. Fahrgäste griffen ein und verhinderten eine weitere Eskalation.
Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, wird gegen die Frau wegen des Verdachts des Mordversuchs ermittelt. Sie befindet sich in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Wels. Ein Gutachter soll nun klären, ob und wann eine Unterbringung in der forensischen Psychiatrie in Frage kommt.
Angriff im Bus
Gegen 13.40 Uhr alarmierte der Fahrer eines Schienenersatzverkehrs die Behörden – eine Person soll Mitreisende mit einem Messer bedroht haben. Als Polizeibeamte am Bahnhof Steegen eintrafen, hatten bereits rund 15 Fahrgäste den Bus verlassen. Am Bahnsteig fanden die Einsatzkräfte die 45-Jährige vor, die laut dem Bericht stark im Halsbereich blutete.
Zeugen zufolge soll die Frau zuvor wiederholt „Dämon!“ gerufen haben, bevor sie ihrer Tochter mit dem Obstmesser eine Verletzung am Hals zufügte. Zwei Mitreisende griffen ein und verhinderten dem Bericht zufolge Schlimmeres. Die Frau soll sich dabei auch selbst am Hals verletzt haben.
Vorgeschichte der Täterin
Das Mädchen wurde in einem Krankenhaus ambulant versorgt und anschließend laut der Kinder- und Jugendhilfe des Landes an Familienangehörige übergeben. Demselben Bericht zufolge war die Wienerin bereits Jahre zuvor wegen einer tödlichen Tat an ihrem eigenen Kind vor Gericht gestanden.
Im Jänner 2018 befand sie sich gemeinsam mit ihrem damals acht Monate alten Sohn in einem Wiener Krankenhaus, wo sie das Baby erstickte. Danach flüchtete sie und unternahm einen Suizidversuch. Im September 2018 wurde sie wegen dieser Tat in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.
Ein psychiatrisches Gutachten hatte im damaligen Verfahren ergeben, dass die Frau zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen war. Darüber hinaus wurde bekannt, dass sie in ihrer Jugend in ihrer Heimat sexuell missbraucht worden war, so die „Krone“.