Eine suspendierte Polizistin steht in Traunstein vor Gericht – die Vorwürfe wiegen schwer, ein Deal liegt bereits auf dem Tisch.
Vor dem Landgericht Traunstein hat der Prozess gegen eine suspendierte Polizistin begonnen, die mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert ist. Der 55-jährigen Transfrau wird zur Last gelegt, die 14-jährige Tochter einer Bekannten vergewaltigt sowie mehrere Hundert Dateien mit kinderpornografischem Material besessen zu haben. Zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung zeichnet sich ein Deal ab: Im Falle eines Geständnisses könnte die Angeklagte mit einer Haftstrafe zwischen drei und dreieinhalb Jahren davonkommen.
Schwere Tatvorwürfe
Die Anklageschrift umfasst mehrere Tatvorwürfe – darunter sexueller Missbrauch Minderjähriger, die Verbreitung pornografischer Inhalte sowie die Herstellung tierpornografischen Materials. Als besonders gravierend gilt der Vorwurf, das 14-jährige Mädchen auf der Toilette eines Fast-Food-Restaurants vergewaltigt zu haben. Zuvor soll die Angeklagte der Jugendlichen eine pornografische Nachricht übermittelt haben.
In der Anklagebeschreibung heißt es dazu: „Die Geschädigte war nicht in der Lage hierauf zu reagieren, sondern starrte die Angeschuldigte im Schock an.“
Möglicher Deal
Der Vorsitzende Richter ordnete für Teile der Verhandlung den Ausschluss der Öffentlichkeit an und begründete dies damit, dass „die Lebenssituation der Angeklagten Details über intime Beziehungen und damit schutzwürdige Interessen“ enthalte. Sollte der angestrebte Deal zustande kommen – der auch einen Täter-Opfer-Ausgleich vorsieht – könnte das Verfahren deutlich früher als geplant abgeschlossen werden.
Ursprünglich waren Verhandlungstage bis zum 8. Oktober vorgesehen. Darüber hinaus hat die Angeklagte eine Geldstrafe aus einem früheren Urteil zu begleichen.