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Kunstfehler

Harmloser Fahrradsturz – dann verliert 71-Jähriger sein Bein

Harmloser Fahrradsturz – dann verliert 71-Jähriger sein Bein
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Fahrradsturz, kaum sichtbare Verletzungen – und dann ein Verlauf, der alles verändert. Ein Kärntner kämpfte um sein Leben.

Ein 71-jähriger Kärntner befand sich nach einem Fahrradsturz in einem lebensbedrohlichen Zustand. Obwohl der Sturz zunächst keine sichtbaren Verletzungen hinterließ, suchte der Mann am folgenden Tag das Krankenhaus Wolfsberg auf. Dort stellten die behandelnden Ärzte eine Prellung fest.

Innerhalb von nur 31 Stunden nach dem ersten Krankenhausbesuch entwickelte der Patient jedoch eine Sepsis und musste auf der Intensivstation versorgt werden. Schließlich wurde ihm der Oberschenkel bis zum Becken amputiert.

Schwere Vorwürfe

Anwalt Paul Wolf, der den Betroffenen rechtlich vertritt, erhebt schwere Vorwürfe gegen das behandelnde Personal: „Die Ärzte hätten früher die richtige Diagnose stellen und den Mann operieren müssen.“ Bereits zu einem frühen Zeitpunkt hatte die Ehefrau des Patienten – selbst diplomierte Krankenschwester – auf einen möglichen septischen Schock hingewiesen, stieß damit jedoch zunächst auf Widerstand.

Der Rechtsstreit mit der Kabeg, der Krankenanstaltenbetriebsgesellschaft, wurde außergerichtlich beendet. Der Betroffene erhielt eine Entschädigung von insgesamt 192.000 Euro, die es ihm ermöglicht, sein Zuhause behindertengerecht umzugestalten.

Verspätete Diagnose

Medizinisch steht im Mittelpunkt des Falls eine nekrotisierende Fasziitis (bakterielle Gewebezerstörung) – eine äußerst seltene Erkrankung. Kabeg-Anwältin Florina Ozegovic erklärte dazu: „Es lag von Anfang an eine nekrotisierende Fasziitis vor, die offensichtlich durch den Fahrradsturz ausgelöst wurde.“

Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass die verspätete Diagnose entscheidend war – bei rechtzeitigem Handeln wäre eine weniger weitreichende Amputation möglich gewesen. Wolf fasste die Konsequenzen der Verzögerung zusammen: „Wegen der Diagnose- und Handlungsverzögerung der behandelnden Ärzte kam es zu einem katastrophalen Heilungsverlauf.“

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KO KOSMO-Redaktion
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