Ein Möbelkauf wird zur Falle: Im Vorzimmer ihrer eigenen Wohnung erlebt eine Wiener Mutter einen Albtraum – mit Folgen, die bis heute anhalten.
Eine dreifache Mutter aus Wien wollte lediglich eine gebrauchte Kommode erwerben – was als alltägliche Transaktion über eine Online-Verkaufsplattform begann, endete am 17. Juni in einem schweren Übergriff mit weitreichenden Folgen. Der 25-jährige Verkäufer lieferte das Möbelstück in ihre Wohnung und verging sich im Vorzimmer an ihr. Seitdem leidet die Frau an einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Vor dem Wiener Landesgericht musste auch ihr 18-jähriger Sohn, ein Gymnasiast, als Zeuge auftreten. Er schilderte, wie er unmittelbar nach dem Vorfall eine deutliche Veränderung an seiner Mutter wahrnahm: „Ich hab‘ gleich gemerkt, dass irgendwas anders an ihr war.“
Fragwürdige Verteidigung
Der Angeklagte, ein türkischer Staatsbürger, war während des gesamten Verfahrens auf die Unterstützung einer Dolmetscherin angewiesen. Seine Verteidigung brachte vor, die Situation sei für ihn nicht eindeutig gewesen: „Es war für meinen Mandanten nicht erkennbar, dass sie das nicht will.“ Darüber hinaus argumentierte der Verteidiger: „Sie hätten aus dem offenen Fenster flüchten können.“ Die Opfervertreterin ließ diese Darstellung nicht unwidersprochen: „Das ist in keiner Weise glaubwürdig.“
Acht Jahre Haft
Der Schöffensenat folgte der Anklage und sprach den Mann – vorerst nicht rechtskräftig – schuldig. Das Gericht äußerte erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Verteidigungslinie. Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten vor, er habe die Situation gezielt genutzt, um seiner spontanen sexuellen Lust nachzugeben – ein Verhalten, das das Gericht mit einer Haftstrafe von acht Jahren ahndete.