Österreichs Lehramtsstudium wird neu gedacht – kürzer, praxisnäher und mit Themen, die den Schulalltag von morgen prägen.
Mit dem Studienjahr 2026/27 tritt in Österreich eine umfassende Reform der Lehramtsausbildung in Kraft, die das Studium für angehende Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe kürzer und praxisnäher gestalten soll.
Kürzere Studienzeit
Die Gesamtdauer des Studiums wird auf drei Jahre Bachelor- und zwei Jahre Masterstudium reduziert. Damit einher geht eine Kürzung jener Ausbildungsanteile, die bislang auf bildungswissenschaftliche Grundlagen entfielen und in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik standen. An deren Stelle treten praxisorientierte Inhalte sowie neue verpflichtende Schwerpunkte: Themen wie „Deutsch als Zweitsprache“ und „Inklusive Pädagogik“ werden ebenso verbindlich verankert wie der kompetente Umgang mit Diversität und digitalen Medien.
Der Ausbildungsverbund Nord-Ost, dem unter anderem die Universität Wien angehört, hat zu diesem Zweck das sogenannte „Kompetenzfeld Schule“ eingeführt, das Querschnittsthemen wie Sprachkompetenz und Inklusion bündelt.
Neue Einstiegschancen
Die Reform bringt auch eine strukturelle Angleichung mit sich: Die Ausbildungsdauer für Volksschullehrerinnen und -lehrer sowie für jene der Sekundarstufe nähert sich künftig an. Für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter mit internationaler Biografie – darunter auch Personen aus der bosnisch-kroatisch-serbischen Diaspora – könnten sich damit neue Einstiegsmöglichkeiten in den österreichischen Bildungsbereich ergeben.
Flexiblere Masterpläne sollen zudem ein berufsbegleitendes Studium erleichtern. Darüber hinaus sind in den neuen Studienplänen bereits MINT-Fächerbündel (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) verankert, von denen Studierende unmittelbar profitieren können.