Montenegro plant ein Infrastrukturprojekt, das das Land finanziell an seine Grenzen bringt – und weit darüber hinaus.
Montenegro plant in den kommenden Jahren einen massiven Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur. Bis 2038 sollen 610 Kilometer neue Autobahnen und Schnellstraßen entstehen – die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 11 Milliarden Euro.
Die veranschlagte Summe übersteigt das aktuelle Bruttoinlandsprodukt des Landes, das bei etwa 8,2 Milliarden Euro liegt, um das Eineinhalbfache. Damit handelt es sich um eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte, die der Westbalkan in jüngerer Zeit gesehen hat.
Konkrete Bauvorhaben
Derzeit verfügt Montenegro lediglich über einen 42 Kilometer langen Autobahnabschnitt zwischen Podgorica und Matesevo. Als nächster Schritt ist die Verlängerung bis Andrijevica vorgesehen – ein Abschnitt, dessen Realisierung mit rund 694 Millionen Euro veranschlagt wird und bis 2031 abgeschlossen sein soll.
Parallel dazu ist die Fertigstellung der Schnellstraße zwischen Markovic und Lastva Grbaljska bis 2030 geplant, die vor allem dazu beitragen soll, den chronischen Stau rund um Budva zu entschärfen.
Ab 2028 könnte die konkrete Bauplanung für weitere Streckenabschnitte anlaufen, darunter die Verbindung Andrijevica–Crnca sowie Teile der Adriatisch-Ionischen Autobahn im Bereich Bar. Für den Abschnitt Crnca–Boljare an der Grenze zu Serbien ist ein Baubeginn im Jahr 2030 vorgesehen; die gesamte Verbindung könnte demnach um 2036 fertiggestellt sein.
Bucht von Kotor
Besondere Schwierigkeiten bereitet die geplante Schnellstraßentrasse über die Bucht von Kotor. Eine Brückenlösung wird zwar angestrebt, doch stehen noch ausstehende Umweltgutachten sowie eine abschließende Einigung mit Kroatien einer raschen Umsetzung im Weg.