Eine neue Autobahn quer durch den Balkan – US-Unternehmen zeigen Interesse an einem Milliardenprojekt, das Bosnien-Herzegowina und Montenegro verbinden soll.
Der geplante Adriatisch-Ionische Autobahnkorridor nimmt weiter Gestalt an. Amerikanische Unternehmen haben offiziell Interesse an einer Beteiligung an dem geplanten Infrastrukturprojekt in Montenegro bekundet. Einen Bauauftrag oder eine konkrete Finanzierungszusage gibt es allerdings noch nicht.
Der montenegrinische Abschnitt soll rund 127 Kilometer lang werden und von der Grenze zu Bosnien-Herzegowina bis zur Grenze zu Albanien führen. Die derzeit geschätzten Baukosten für diesen Abschnitt liegen bei rund 2,8 Milliarden Euro. Zusätzlich sind im Rahmen des Korridors auch Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur vorgesehen.
US-Firmen zeigen Interesse
Montenegro und die USA hatten im Juli ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei strategischen Projekten geschlossen. Im Anschluss wurden amerikanische Unternehmen eingeladen, ihr Interesse an einer Beteiligung am Adriatisch-Ionischen Korridor zu bekunden. Die Frist für die Interessenbekundungen endete am 7. September.
Inzwischen wurde bestätigt, dass US-Unternehmen entsprechende Interessenbekundungen eingereicht haben. Damit beginnt die nächste Phase des Auswahlverfahrens. Wer letztlich den Zuschlag erhält und wie das Projekt finanziert werden soll, steht derzeit noch nicht fest. Auch eine Beteiligung amerikanischer Finanzierungsinstitutionen ist bislang nicht verbindlich zugesagt.
Auch Bosnien-Herzegowina betroffen
Der geplante Korridor betrifft nicht nur Montenegro. In Bosnien-Herzegowina ist ein rund 103 Kilometer langer Abschnitt von Počitelj über Stolac und Trebinje bis zur Grenze mit Montenegro vorgesehen. Damit könnten die beiden Länder auf diesem Teil der Strecke direkt miteinander verbunden werden.
Auch für den bosnisch-herzegowinischen Abschnitt gibt es bereits Interesse amerikanischer Unternehmen. Eine endgültige Entscheidung über die beteiligten Unternehmen und die Finanzierung des Gesamtprojekts steht jedoch noch aus.
Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die regionale Verkehrsanbindung. Die kommenden Monate sollen zeigen, welche Unternehmen in die nächste Phase gelangen und ob aus den bisherigen Interessenbekundungen konkrete Verträge und Finanzierungsmodelle entstehen.