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Protestwelle

Vergewaltigungsvorwürfe: Große Proteste an Cornell University

Vergewaltigungsvorwürfe: Große Proteste an Cornell University
(FOTO: EPA / OLGA FEDOROVA)
2 Min. Lesezeit |

Ein Vergewaltigungsvorwurf, keine strafrechtliche Anklage und umstrittene Disziplinarmaßnahmen – an der Cornell-Universität hat ein Fall inzwischen politische Folgen.

An der renommierten Cornell University im US-Bundesstaat New York sorgt ein Vergewaltigungsvorwurf aus dem Oktober 2024 für heftige Debatten. Eine ehemalige Studentin, die unter dem Pseudonym Jane Doe auftritt, wirft in einer inzwischen eingebrachten Zivilklage sieben damaligen Mitgliedern der Studentenverbindung Chi Phi vor, sie unter Drogeneinfluss sexuell missbraucht und gemeinschaftlich vergewaltigt zu haben. Cornell führte daraufhin ein universitätsinternes Verfahren durch. Nach Angaben der Universität wurden zwei der Beschuldigten ausgeschlossen und zwei weitere für mindestens zwei Semester suspendiert.

Strafrechtlich wurde bislang keiner der sieben Beschuldigten angeklagt. Im September 2026 brachte Jane Doe jedoch eine umfangreiche Zivilklage gegen die Männer, Cornell University und weitere Beteiligte ein. Mehrere der Beschuldigten haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Proteste auf dem Campus

Der Fall hat inzwischen heftige Proteste auf dem Campus ausgelöst. Am Verwaltungsgebäude Day Hall wurden die Glasscheiben einer Eingangstür eingeschlagen und Botschaften auf die Wände gemalt, in denen Cornell unter anderem vorgeworfen wurde, Vergewaltiger zu schützen. Die Universität erklärte daraufhin, sie verstehe die Frustration und starken Emotionen in der Cornell-Gemeinschaft und diese Bedenken müssten gehört werden. Sachbeschädigung sei jedoch nicht die Antwort.

Sonderstaatsanwältin übernimmt

Der Fall beschäftigt inzwischen auch die politische Führung des Bundesstaats New York. Gouverneurin Kathy Hochul entzog dem zuständigen Bezirksstaatsanwalt Matthew Van Houten die Verantwortung für die Ermittlungen und setzte New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James als Sonderstaatsanwältin ein. Ihr Büro soll die Vorwürfe umfassend untersuchen und, falls die Beweislage dies rechtfertigt, mögliche Straftaten verfolgen.

Van Houten hatte seine Entscheidung aus dem Jahr 2024, keine Anklage zu erheben, damit begründet, dass Jane Does damalige schriftliche Aussage aus seiner Sicht keine Tatsachen enthalten habe, die nach New Yorker Strafrecht eine Straftat begründeten. Nachdem später weitere Informationen und Unterlagen bekannt wurden, eröffnete seine Behörde die Untersuchung erneut. Hochul erklärte anschließend, sie habe das Vertrauen in die bisherige Aufarbeitung verloren und übertrug den Fall an James.

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KO KOSMO-Redaktion
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