Ryanair baut seine Präsenz am Flughafen Wien-Schwechat spürbar ab. Im kommenden Winterflugplan werden statt bisher vierzehn nur noch zwölf Flugzeuge am Standort stationiert sein. Die Folge: Zehn Verbindungen ab Wien entfallen ersatzlos – darunter Strecken nach Kopenhagen, Tel Aviv, Dubrovnik und Niš. Das bestätigte Andreas Gruber, der für Österreich zuständige Manager der irischen Fluggesellschaft.
Hohe Kosten, weniger Jobs
Als Hauptgrund für den Rückzug nannte Ryanair-Chef Michael O’Leary die vergleichsweise hohen Betriebskosten am Standort Österreich. Mit jeder gestrichenen Flugzeugstationierung gehen zudem rund zwanzig Arbeitsplätze in Cockpit und Kabine verloren. Bereits seit Herbst 2025 hatte die Airline schrittweise fünf Boeing-Maschinen aus Wien abgezogen. Wiederholt hat Ryanair in diesem Zusammenhang auch die Abschaffung der österreichischen Flugticketabgabe von zwölf Euro gefordert.
Folgen für Reisende
Besonders für Reisende aus der BKS-Diaspora (bosnisch-kroatisch-serbischsprachige Gemeinschaft) bedeuten die Streichungen eine deutliche Einschränkung. Günstige Direktverbindungen in die Herkunftsländer – etwa nach Dubrovnik oder Niš – fallen weg, was Menschen mit Wurzeln in Bosnien, Kroatien und Serbien unmittelbar trifft. Darüber hinaus war Ryanair auf acht der zehn nun weggefallenen Strecken in direktem Wettbewerb mit der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines gestanden.
Diese Konkurrenz hatte über Jahre hinweg für günstigere Ticketpreise gesorgt.