Visafrei reisen bleibt möglich, doch eine neue Genehmigung kommt: Ab Ende 2026 müssen Reisende aus Bosnien und Herzegowina für Kurzaufenthalte in zahlreichen europäischen Ländern voraussichtlich zusätzliche Formalitäten erledigen. Schon jetzt wird vor betrügerischen Webseiten gewarnt.
Bürgerinnen und Bürger aus Bosnien und Herzegowina können weiterhin visumfrei in den Schengen-Raum reisen. Mit dem Europäischen Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) kommt jedoch eine zusätzliche Voraussetzung hinzu. Die elektronische Reisegenehmigung soll im letzten Quartal 2026 starten und für visumfrei Reisende gelten, die für einen Kurzaufenthalt in eines der 30 teilnehmenden europäischen Länder reisen.
ETIAS ist kein Visum, sondern eine zusätzliche Sicherheitsüberprüfung vor Reiseantritt. Die Genehmigung ersetzt weder einen Reisepass noch die übrigen Einreisevoraussetzungen. Der genaue Starttermin steht noch nicht fest. Bis zur offiziellen Inbetriebnahme werden keine Anträge entgegengenommen.
Übergangsphase nach dem Start
Nach der Einführung sind eine Übergangsphase und eine anschließende Nachfrist vorgesehen. Während der Übergangsphase wird Reisenden empfohlen, eine gültige ETIAS-Genehmigung zu besitzen. In der anschließenden Nachfrist gelten grundsätzlich strengere Vorgaben, wobei bestimmte Ausnahmen vorgesehen sind.
Reisende sollten sich deshalb vor ihrer Abfahrt über die jeweils geltenden Bestimmungen informieren. Ohne erforderliche Genehmigung kann die Beförderung oder Einreise verweigert werden. Die genauen Regelungen hängen vom jeweiligen Reisezeitpunkt und den geltenden Ausnahmen ab.
Was kostet die Genehmigung?
Der Antrag soll online über das offizielle ETIAS-Portal gestellt werden können. Die Gebühr beträgt 20 Euro. Personen unter 18 und über 70 Jahren sind von der Gebühr befreit; weitere Ausnahmen können gelten.
Viele Anträge sollen innerhalb weniger Minuten bearbeitet werden. In einzelnen Fällen kann die Prüfung jedoch länger dauern. Reisende sollten deshalb ausreichend Zeit vor der Abfahrt einplanen und ihre Angaben sorgfältig überprüfen.
Vorsicht vor gefälschten Webseiten
Die Europäische Kommission warnt vor inoffiziellen Internetseiten, die bereits vor dem offiziellen Start angebliche ETIAS-Genehmigungen anbieten. Solche Anbieter können persönliche Daten abfragen oder zusätzliche Gebühren verlangen, ohne eine gültige Genehmigung ausstellen zu können.
Wer sich informieren möchte, sollte ausschließlich die offizielle Webseite der Europäischen Union unter travel-europe.europa.eu/etias nutzen. Solange das System nicht offiziell gestartet ist, ist keine Antragstellung erforderlich.