Ein Krebskampf, ein Machtwechsel und offene Fragen: Die SPÖ steuert auf eine heikle Übergangsphase zu.
Finanzminister Markus Marterbauer soll Anfang des kommenden Jänners das Amt des Vizekanzlers übernehmen – sofern seine Genesung von einer Krebserkrankung planmäßig verläuft. Der entsprechende Beschluss fiel bei einer SPÖ-Krisensitzung, die vor rund eineinhalb Wochen stattfand. Andreas Babler wird die Funktionen des Vizekanzlers und des Parteivorsitzenden noch bis Jahresende ausüben.
Übergangsphase
In der anstehenden Übergangsphase übernehmen Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher die Führung der Parteigeschäfte. Wie Bablers Rolle nach der Übergabe des Vizekanzleramts konkret aussehen wird, ist derzeit noch nicht geklärt.
Marterbauer selbst hat signalisiert, dass für ihn gegenwärtig die Arbeit im Finanzministerium und vor allem seine Gesundheit im Vordergrund stehen – seine künftige politische Funktion hängt unmittelbar vom weiteren Verlauf seiner Genesung ab. „Für mich stellt sich die Frage noch nicht. Bis Jahresende geht es mir darum, gesund zu werden“, sagte Marterbauer.
Offene Fragen
Ob Marterbauer langfristig auch den Parteivorsitz anstreben wird, bleibt vorerst offen. Eine Spitzenfunktion für den früheren RTL-Chef Gerhard Zeiler schloss er ausdrücklich aus.
Zugleich betonte er, dass die SPÖ in zentralen Politikfeldern wie Wirtschaft und Klima durch geeignete Persönlichkeiten vertreten sein müsse. Über sein Verhältnis zu Andreas Babler äußerte er sich mit den Worten: „Ich bin ihm gegenüber sehr loyal. Wir verstehen einander gut. Schuldig sind wir einander nichts.“