Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
ÖSTERREICH

Nikotinbeutel-Verbot? So gefährlich ist die „Modedroge“ wirklich

Nikotinbeutel-Verbot? So gefährlich ist die „Modedroge“ wirklich
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Während die Steiermark kürzlich ihre Jugendschutzbestimmungen überarbeitet hat, diskutiert ganz Österreich über die Notwendigkeit einer landesweiten Regulierung nikotinhaltiger Produkte. Nikotinbeutel, bunte Verpackungen und verlockende Aromen üben eine besondere Anziehungskraft auf junge Konsumenten aus, wie jüngste Zahlen belegen. Diese kleine, aber wachsende Gruppe von Anwendern sieht sich gesundheitlichen Risiken gegenüber, warnen Experten.

Die attraktive Aufmachung der Nikotinsäckchen, die einfach unter die Lippe geschoben werden, scheint insbesondere bei jüngeren Bevölkerungsgruppen Anklang zu finden. Eine aktuelle Statistik der Gesundheit Österreich GmbH weist darauf hin, dass etwa vier Prozent der 15- bis 34-Jährigen zeitweise oder regelmäßig zu den kleinen Beuteln greifen. Insbesondere in der Bundeshauptstadt ist der Trend bemerkbar – hier konsumieren zwei Prozent der Menschen in dieser Altersklasse täglich und sieben Prozent gelegentlich die Nikotinprodukte.

Nikotinbeutel als stille Gefahr

Die Beutel präsentieren sich ohne Tabak, aber mit nikotinhaltigen Trägersubstanzen als scheinbar harmlose Alternativen zum Rauchen. Doch der Schein trügt: Aus dem Büro des Wiener Sucht- und Drogenkoordinators Ewald Locner kommt die Warnung, dass diese Produkte ein „genauso hohes Abhängigkeitspotenzial“ wie Zigaretten haben und oft auch einen höheren Nikotingehalt aufweisen. Die Folgen für die Gesundheit sind nicht zu unterschätzen. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Zahnfleischprobleme unterstreichen die Notwendigkeit eines vorsichtigen Umgangs.

[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]

Einheitliche Regelungen auf der Agenda

Vorschläge zur Novellierung des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes liegen bereits auf dem Tisch: Gesundheitsminister Johannes Rauch von den Grünen hatte bereits im Vorjahr ein Gesetzesvorhaben vorgelegt, das auch die Regulierung von Nikotinbeuteln adressiert. Während manche Bundesländer wie die Steiermark bereits handeln, fehlt eine einheitliche Linie auf nationaler Ebene. Die ÖVP hält indes am bestehenden Rauchergesetz fest. Dieser Umstand lässt eine klare, landesweite Regelung, die Werbung, Verkauf und die genauen Inhaltsstoffe von Nikotinbeuteln festlegt, vermissen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen