Wirt für Wirt griff auf vermeintlich internationale Marken der großen Brauereikonzerne zurück.
Tuborg, Stella Artois, Heineken. Meist gebraut in Lizenz in Brauereien der Region. (Siehe etwa HIER.)
Mittelmäßiges Einheitsbier. Aber mittelmäßiges Einheitsbier, das mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtzeitig geliefert wird.
Die Band stimmt Bella Ciao an, und das halbe Lokal singt mit.
Wander schaut interessiert zu. Er kennt das Lied nicht.
Tarik lacht freundlich vom anderen Ende der Schank. Er ist der Chef des Jazzbina.
„Ich hab den Job bekommen, als ich auf ein paar Social Media-Kanälen geschrieben habe: He, ich bin in Sarajevo. Gibt’s Arbeit für mich?“, schildert Wander.
Die Antwort war sehr schnell da.
Der Chef, ein gebürtiger Kufsteiner
„Wander ist ein sehr freundlicher Kerl, außerdem hat er auch zuhause als Schankkellner gearbeitet“, sagt Tarik in fließendem Deutsch.
Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass seine Türen für den Brasilianer weit offen waren.
Tarik war selbst Musiker und ist sozusagen doppelter Migrant.
Er ist gebürtiger Kufsteiner. Ein Gastarbeiterkind der späten 60-er Jahre.
Nach einem durchaus wechselvollen Leben hat er sich in der Heimat seiner Eltern ein neues Leben aufgebaut.
Das Jazzbina gibt es seit mittlerweile auch schon zehn Jahren.
In Tirol konnte und wollte er nach einigem Hin und Her zwischen Österreich und Bosnien nicht mehr leben, sagt Tarik. „Ich bin mit der Mentalität der Leute nicht mehr so gut zurechtgekommen.“
Als er Wander einstellte, setzte er sich auch sofort ein, dass der eine Arbeitsgenehmigung erhält. „Das ist besser für uns alle. Und ich weiß, wie es ist, wenn du als Ausländer anderswo arbeiten muss.“
Schlussapplaus für die Band.
Die meisten Gäste bestellen letzte Runden.
Auftritt der Ire mit dem unaussprechlichen Namen
Neben Wander liegt ein bunter Gitarrenkoffer .
Er gehört einem Iren in den 20-ern. Er hat sich nach dem Konzert zu uns gesellt.
Er hat einen dieser unaussprechlichen irischen Namen, von dem er auch nicht will, dass er in einer Reportage aufscheint.
Wie Wander ist der Ire ein junger Mann mit Fernweh.
Seit eineinhalb, zwei Jahren ist er in ganz Europa unterwegs.
Wie Wander, wenn er nicht gerade barkellnert, verdient er sein Geld als Straßenmusiker.
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