Hochprofessionell, arbeitsteilig und gefährlich: Eine Bande von Bankomatsprengern hielt die Behörden in Atem. Jetzt gelang den Ermittlern der entscheidende Schlag.
Seit Beginn des Jahres verzeichnete Österreich 26 vollendete und 12 versuchte Geldautomatensprengungen, die erhebliche Sachschäden verursachten und unbeteiligte Personen gefährdeten. Den Ermittlungsbehörden gelang nun ein bedeutender Durchbruch: Bei insgesamt zwölf Hausdurchsuchungen – sechs davon in den Niederlanden – wurden 16 Motorroller, mehr als 50 Mobiltelefone, 30 weitere elektronische Speichermedien, Sprengmaterial, Suchtmittel sowie Bargeld in Höhe von 39.000 Euro beschlagnahmt. Die kriminelle Organisation operierte hochprofessionell mit klar definierten Aufgabenbereichen für Sprengungsexperten, Logistiker und Kontaktpersonen.
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Erfolgreiche Festnahmen
Die Ermittler konnten nach einer Reihe gewaltsamer Bankomatsprengungen einen entscheidenden Ermittlungserfolg verbuchen: 14 Tatverdächtige wurden festgenommen und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Innenminister Gerhard Karner betonte die hervorragende Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden der Niederlande, die maßgeblich zum Erfolg der speziell eingerichteten Arbeitsgruppe Bankomat beigetragen habe. Der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, unterstrich seinerseits die Entschlossenheit, mit der man gegen diese gefährliche Kriminalitätsform vorgehen werde.
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Umfangreiche Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft Wien war von Beginn an federführend an den Ermittlungen beteiligt. Laut Erster Staatsanwältin Nina Bussek wurden seit Oktober 2024 über 100 Anordnungen erlassen, darunter etwa 40 Telefonüberwachungsmaßnahmen. Die Ermittler konnten zudem zahlreiche DNA-Spuren sichern und auswerten, was zu mehreren Beschlagnahmungen und Verhaftungen führte.
Als wichtiges Element der Bekämpfungsstrategie gilt auch der im April 2025 zwischen dem Innenministerium und dem Bankensektor geschlossene Sicherheitspakt, der strafrechtliche Verfolgung mit präventiven Maßnahmen kombiniert.
Banken verstärken Sicherheitsmaßnahmen
Die österreichischen Banken reagieren auf die zunehmenden Bedrohungen mit einer Reihe von gezielten Vorsichtsmaßnahmen. Nächtliche Sperrungen von Bankfoyers und zeitweises Abschalten besonders gefährdeter Geldautomaten gehören mittlerweile zum Sicherheitskonzept vieler Institute. Besonders wirksam erweisen sich laut Experten auch das regelmäßige Entleeren der Automaten und der verstärkte Einsatz technischer Schutzsysteme, die die Banknotenschächte bei Manipulationen blockieren oder die Scheine einfärben.