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Clarence Purvis

Bis das der Tod uns nicht scheidet: Mann isst mit Foto toter Frau

(FOTO: iStock/ KatarzynaBialasiewicz)

Die Liebe kennt keine Grenzen, und sie endet nicht mit dem Tod eines geliebten Menschen. Dies beweist eindrucksvoll die Geschichte von Clarence Purvis, einem 93-jährigen Mann aus Georgia (USA), der seit Jahren in einem nahegelegenen Restaurant mit einem ganz besonderen Gast speist – einem Foto seiner verstorbenen Frau Carolyn. Ihrer beider Romanze währt für ihn weiterhin.

Clarence Purvis und Carolyn Todd lernten sich im Jahr 1948 kennen und verliebten sich schnell ineinander. Schon im darauffolgenden Jahr gaben sie sich das Jawort und verbrachten die folgenden 63 Jahre bis zu Carolyns Tod Ende 2013 gemeinsam. „Wir aßen im Restaurant, kehrten nach Hause zurück, schauten fern, gingen ins Bett, liebten uns. Wir hatten alles, was wir uns wünschten“, erzählt Purvis.

Nach dem Tod seiner geliebten Frau widmete Purvis viel Zeit dem Erhalt der Erinnerung an Carolyn. Schüchternheit ist ihm fremd, wenn es darum geht, seine Liebe zu ihr auszudrücken. In seinem Lieblingsrestaurant in Südgeorgien wurde er bekannt, weil er stets ein eingerahmtes Foto von Carolyn mitbrachte und es neben sich platzierte, während er speiste. „Sie war immer bei mir, solange wir lebten, also ist sie auch jetzt bei mir“, sagt Purvis.

Manche Menschen fühlten sich bemüßigt, Purvis Ratschläge zu geben, um ihm in seiner Trauer beizustehen. Einige schlugen sogar vor, ein neues Mädchen könne ihm helfen. Doch der 93-Jährige will davon nichts wissen. „Sie sagten, es würde besser werden, wenn sie mir ein Mädchen finden würden. Aber ich will das nicht“, stellt er klar.

Seine Hingabe erstaunt viele Menschen, darunter auch die Besitzerin des Restaurants, in dem er regelmäßig mit dem Foto seiner Frau diniert. Sie erzählt: „Ich fragte meinen Mann, ob er, falls mir etwas zustoßen sollte, mein Bild auf den Tisch stellen würde? Er sagte, er liebt mich, aber das wäre zu viel.“

In seinem Zuhause hütet Purvis eine Sammlung von Fotos und Erinnerungsstücken an seine Geliebte, darunter eine Lampe, die seit Carolyns Entlassung aus dem Krankenhaus fünf Monate vor ihrem Tod ununterbrochen eingeschaltet ist. Ihr Bild steht genau darunter. „Niemand hat sich mehr geliebt als meine Frau und ich. Ich wollte, was sie wollte, und sie wollte, was ich wollte“, erinnert sich der Witwer.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters und der Pflege seines Gartens findet Purvis immer noch Zeit, den Friedhof mindestens vier Mal täglich zu besuchen, um seiner verstorbenen Liebe nahe zu sein. „Ich denke, ich komme 125 Mal im Monat hierher. Ich liebe sie so sehr. Und ich vermisse sie so sehr“, sagt er abschließend.