Start Politik Corona-Mutationen am Vormarsch: Nur ein Bundesland bekommt 100.000 zusätzliche Impfdosen
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Corona-Mutationen am Vormarsch: Nur ein Bundesland bekommt 100.000 zusätzliche Impfdosen

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(FOTO: BKA/Dragan Tatic)

Nur zwei Tage nach der letzten Pressekonferenz, treten Kanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute erneut mit einem Corona-Lage-Update vor die Öffentlichkeit.

Das gab es auch noch nicht oft: Die Bundesregierung und das Land Tirol geben gemeinsam am Mittwoch um 12 Uhr per Video-Schalte eine Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen rund um die Covid-Situation – und das nicht einmal 48-Stunden nach der letzten Pressekonferenz. Im Bundeskanzleramt in Wien nehmen daran Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) teil, im Landhaus in Innsbruck Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne).

„Wir haben wieder über die aktuelle Corona-Situation beraten. Wir haben eine Inzidenz von 160, also steigende Ansteckungszahlen“, eröffnet Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Konferenz. Diese Steigerung sei aber erwartbar gewesen. Aber: „Wir sind, was das Testen betrifft, eines der besten Länder“, sagt Kurz. Europaweit würden wir auf Platz 7 liegen. Dies helfe das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. Doch auch beim Impfen müssten wir schneller werden.

Zu diesem Anlass reist Kanzler Kurz morgen nach Israel. Dort wolle man gemeinsam mit Dänemark  „mittelfristig“ auslosten, wie die Impfstoffentwicklung organisiert werden könnte. Kurz: „Wir werden hoffentlich im Sommer wieder zur Normalität zurückkehren können, aber das Virus wird uns begleiten“, sagt Kurz.

Keine Impfung für südafrikanische Mutation
Eine große Gefahr „für den Weg zurück in die Normalität“ sei die südafrikanische Virusmutation, so Kurz. In Österreich würden uns derzeit zwei Varianten beschäftigen:  Einerseits die ansteckendere britische Mutation, gegen die aber der Impfstoff wirke –und die südafrikanische, die sich resistenter gegen Impfstoffe zeige, so der Kanzler.

In Tirol habe man deswegen besonders reagieren müssen. „Das ist sehr gut gelungen“, so Kurz. Die aktiven Fälle hätten sich von 200 auf etwa 80 halbiert. Trotzdem gehe es darum die Mutation „auszulöschen“, also „auf null zu reduzieren“. Das werde allerdings nicht möglich sein, sagt Kurz nun. Man müsse also die Zahlen der Virusmutation möglichst gering halten.

„Wir werden hoffentlich im Sommer wieder zur Normalität zurückkehren können, aber das Virus wird uns begleiten“

Bundeskanzler Sebastian Kurz

100.000 zusätzliche Impfstoffe für Tirol
Das Bundesland Tirol bekommt von der EU 100.000 zusätzliche Impfstoff-Dosen von Biontech/Pfizer für den Bezirk Schwaz. Dies sei eine Vorauslieferung, also ein zusätzliches Kontingent und gehe nicht zu Lasten auf die Impfstoffdosen der anderen Bundesländer, betonte Kurz jedoch: „Das hat keine negativen Auswirkungen auf andere Bundesländer, wir bekommen diese Lieferung von der EU zusätzlich.“

Am 11. März sollen die Impfungen für alle Bewohner starten, so der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP): „Es geht darum, dass wir die Mutation bekämpfen, dass wir sie auslöschen können.“

Anschober: „Pandemie in der Pandemie“
Der Gesundheitsminister sagt, dass die aktuellen Zahlen zu den Neuinfektionen „nicht erfreulich“ sind. Es gebe aktuell eine „Pandemie in der Pandemie“. Der Grund dafür sei die Ausbreitung der verschiedenen Mutationen – hauptsächlich B.1.1.7, also die britische Variante.

Ein „erster Teilerfolg“ sei, dass in Tirol die Ausbreitung der südafrikanischen Variante gebremst wurde, so Anschober. Aber: „Wir sind noch nicht da, wo wir sein möchten.“ Das Forschungsprojekt (Stichwort Impfaktion für Schwaz) sei eines der besten Projekte in Europa. Dennoch bleibe man auf Basis des Impfplans. Andere Bundesländer würden nicht benachteiligt werden, sagt der Gesundheitsminister: „Wir arbeiten mit aller Kraft gegen eine weitere Ausbreitung der südafrikanischen Mutation“, so der Gesundheitsminister abschließend.