Milorad Dodik feierte in Wien den Verfassungstag der Republika Srpska. Er kritisierte dabei scharf die politische Lage in Bosnien und Herzegowina.
Milorad Dodik, der Präsident der Republika Srpska, nahm kürzlich an einer Feier in Wien teil, die anlässlich des Tages der Republik und des 33. Jahrestages der ersten Verfassung der Republika Srpska organisiert wurde. Bei diesem Empfang betonte Dodik die globale Bedeutung der Unterzeichnung dieser Verfassung und äußerte seine Freude über die Teilnahme: „Jedes Jahr in diesen Tagen feiern wir weltweit die Unterzeichnung der ersten Verfassung der Republika Srpska. Es ist mir eine Ehre und Freude, auch heute Abend hier zu sein.“
In seiner Rede kritisierte Dodik die politischen Entwicklungen in Bosnien und Herzegowina als politisch motiviert. Er äußerte die Hoffnung, dass mit der neuen US-Administration ein frischer Wind weht, der die Souveränität der Völker und Staaten respektiert, und betonte, dass keine äußeren Mächte sich in die Innenpolitik eines Landes einmischen sollten. Er forderte zudem, dass Deutschland den Abzug von Christian Schmidt, dem Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, veranlassen solle, andernfalls werde man ihn selbst entfernen.
Dodik warnte vor einer Blamage und kritisierte Schmidt als Bewunderer des nationalsozialistischen Deutschlands, was seiner Meinung nach unvereinbar mit den antifaschistischen Prinzipien der Republika Srpska sei, wie von RTRS (Radio-Televizija Republike Srpske) berichtet.
Feier in Wien
Mladen Filipovic, der Leiter der Vertretung der Republika Srpska in Österreich, berichtete von einer großen Anzahl an Gästen, darunter diplomatische Vertreter, Kirchenvertreter und Mitglieder der österreichischen Gemeinschaft. Er unterstrich die Bedeutung des Verfassungstages für die Menschen der Republika Srpska, sowohl in der Heimat als auch in der Diaspora, und sprach von einer Botschaft der Einheit und des Friedens.
Die Verfassung der Republika Srpska, die am 28. Februar 1992 von der Versammlung des serbischen Volkes in Bosnien und Herzegowina verabschiedet wurde, sichert die Gleichberechtigung aller Völker und Bürger der Republik. Sie wurde einstimmig auf Grundlage der Gründungserklärung angenommen und ist, mit einigen Änderungen, bis heute gültig.
Diese Verabschiedung fand kurz vor den tragischen Konflikten und der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Bosnien und Herzegowinas durch Bosniaken und Kroaten nach einem Referendum statt, an dem die serbische Bevölkerung nicht teilnahm.
Lesen Sie auch: