Flammen, Hitze, Hochspannungsleitungen und mittendrin Hubschrauber im Dauereinsatz. Trebinje kämpft gegen ein Feuer mit Ansage.
Ein bedrohlicher Waldbrand nahe der südbosnischen Stadt Trebinje konnte durch einen gezielten Lufteinsatz der bosnisch-herzegowinischen Streitkräfte rechtzeitig eingedämmt werden. Die Stadt, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Serbien und Montenegro entfernt liegt, war in ernster Gefahr, bevor Hubschrauber der Luftwaffen- und Luftverteidigungsbrigade der Streitkräfte BiH den Einsatz aufnahmen.
Das Feuer war am 25. August ausgebrochen, nachdem ein Hochspannungskabel gerissen war. Rasch entwickelte es sich zu einer ausgedehnten Feuerfront, die Trebinje von Süden her bedrohte. Unter widrigsten Bedingungen – starker Wind, extreme Hitze und die unmittelbare Nähe zahlreicher Hochspannungsleitungen – warfen die Hubschrauberbesatzungen zwischen 56 und 73 Tonnen Wasser ab.
Gefährliche Löschflüge
Unterstützt wurden sie dabei von einem Air-Tractor-Löschflugzeug sowie Bodentruppen, die gemeinsam die Ausbreitung des Feuers verhinderten. Laut dem bosnisch-herzegowinischen Verteidigungsministerium reagierte die Hubschrauberbesatzung umgehend und begann trotz äußerst komplexer Bedingungen mit der Lokalisierung des Brandes. Besonders die Hochspannungsleitungen in unmittelbarer Nähe des Einsatzgebiets machten die Löschflüge zu einer gefährlichen Herausforderung.
Auch am Boden gestaltet sich die Lage schwierig. Rund 20 aktive Brandherde werden von Feuerwehrkräften und freiwilligen Helfern bekämpft – allerdings unter erschwerten Bedingungen, da unzugängliches Gelände und fehlende Straßenverbindungen die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich behindern. Das Verteidigungsministerium betonte, dass die Luftunterstützung unter diesen Umständen unverzichtbar bleibe.
Brand unter Kontrolle
Der Waldbrand südlich von Trebinje wurde nach Angaben des bosnisch-herzegowinischen Verteidigungsministeriums vollständig unter Kontrolle gebracht und gelöscht. Trotz umfangreicher Schäden an Waldflächen teilte die Zivilschutzbehörde der Republika Srpska mit, dass keine Gebäude beschädigt wurden und keine Verletzten oder Todesopfer zu beklagen sind.
Regionale Lage
Die Lage in der gesamten Region bleibt angespannt. In Montenegro wüten weiterhin Brände in sieben Gemeinden, womit das gesamte Grenzgebiet zu Bosnien-Herzegowina von den Feuern betroffen ist. Zusätzliche Löscheinsätze wurden auch am Goričko-See durchgeführt.
Das Verteidigungsministerium in Sarajevo versicherte, dass die Streitkräfte so lange im Einsatz bleiben würden, wie es zum Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur notwendig sei.