Start NEWS PANORAMA Eltern geben pro Kind und Schuljahr bis zu 1.300 Euro aus
KOSTENFAKTOR

Eltern geben pro Kind und Schuljahr bis zu 1.300 Euro aus

Schulbesuch Kosten Statistik Österreich
(FOTOS: iStockphoto)

Mit Montag beginnt im Osten Österreichs das Schuljahr 2017/18 und bereits jetzt bereiten sich Schüler und Eltern mit Heften, Stiften, Schultaschen und dergleichen vor. Das schlägt jedoch ganz schön aufs Portemonnaie.

Vonseiten der Eltern wird der Schulbesuch als eine immer größere finanzielle Belastung gesehn. Dies zeigt auch der Sozialbarometer der Volkshilfe. Sora befragte 1.000 Personen, wovon mehr als 80 Prozent angaben, dass die Kosten für einen Schulbesuch ihrer Kinder immer höher werden.

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Heute wurde im Wiener Rathaus vonseiten der Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner und Leiterin des Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung, Monika Nigl das neue waff-Bildungskonto vorgestellt.

 

Das Konzept der „Gratisschule“, welche seit 1970er Jahren in Österreich propagiert wird treffe, laut Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger, heute nicht mehr zu.

Kostenfaktor Skikurs, Schulland- und Sprachwoche
Im Durschnitt belaufen sich die Kosten pro Schuljahr und Kind auf 855 Euro, wobei ein Viertel bereits zu Schulbeginn anfällt: Schreibutensilien, Selbstbehalte, Elternvereine, etc.

Die meisten Ausgaben fallen jedoch für Skikurse und Schulland- bzw. Sprachwochen an, welche für immer mehr Eltern unleistbar sind. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer gab an, dass mindestens ein Kind aus finanziellen Gründen nicht an der Schullandwoche oder dem Skikurs teilnehmen kann.

„Dünne Geldbörse kann Matura verhindern“
Die Volkshilfe warnt davor, dass der Schulbesuch und die damit verbundenen Kosten vor allem die 300.000 armutsgefährdeten Kinder und Jugendliche hart treffen. Für das kommende Schuljahr wurden daher Gutscheine im Wert von 60.000 Euro zur Verfügung gestellt, welche alle bereits vergriffen sind.

Auch eine Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass die Kosten für den Schulbesuch mit steigendem Alter des Kindes immer höher werden. Das Ergebnis zeigt, dass der Schultyp maßgeblichen Einfluss auf die finanzielle Belastung hat. Hier ein Überblick der durchschnittlichen Kosten: Volksschüler- 522 Euro pro Jahr, Mittelschüler – 833 Euro pro Jahr, Gymnasiasten in der Oberstufe – 1296 Euro pro Jahr.

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„Eine dünne Geldbörse kann die Matura verhindern“, so Fenniger, welcher hinzufügte, dass die Schullaufbahn armer Kinder statistisch gesehen kürzer sei.

Grundsicherung für Kinder?
Um diesem Trend entgegenzuwirken arbeitet die Volkshilfe an einem Modell für finanzielle Unterstützung ärmerer Familien, um ihren Kindern einen Schulbesuch ohne Geldsorgen zu ermöglichen.

Diese Grundsicherung soll aus öffentlichen Mittel finanziert werden. Die Vorstellungen hierfür belaufen sich auf 500 Euro, welche einen Fixbetrag über die Familienbeihilfe hinaus darstellen sollen.