Ein Abschuss über Teheran, der in die Militärgeschichte eingeht – und eine Kampfpause beendet, die über 40 Jahre andauerte.
Zum ersten Mal in der Geschichte des modernen Luftkriegs hat eine F-35 im Gefecht ein anderes Kampfflugzeug abgeschossen. Das Ereignis trug sich am Mittwochvormittag über Teheran zu: Ein Pilot der israelischen Luftwaffe soll mit seiner F-35 ein iranisches Trainings- und Kampfflugzeug vom Typ Yak-130 vom Himmel geholt haben. Damit schreibt dieser Einsatz Militärgeschichte – es ist der erste bestätigte Luftsieg eines Flugzeugs dieses Typs gegen ein bemanntes Luftfahrzeug überhaupt, wie das österreichische Luftfahrtmagazin Austrian Wings berichtet.
Israels F-35-Flotte
Die israelische Luftwaffe verfügt derzeit über 48 Maschinen des Typs F-35 Lightning II des US-Herstellers Lockheed Martin, weitere 27 Exemplare befinden sich in der Bestellung. Die erste Übernahme erfolgte Ende 2016. Bei der F-35 handelt es sich um ein Mehrzweckkampfflugzeug der fünften Generation, das über Tarnkappentechnologie verfügt und für ein breites Aufgabenspektrum ausgelegt ist – von Luftkampf und Bodenangriffen über Aufklärung bis hin zu elektronischer Kriegsführung.
Zu den prägenden Merkmalen zählen die geringe Radarerkennbarkeit, ein hochentwickeltes Sensorsystem mit Datenfusion sowie eine ausgeprägte Vernetzungsfähigkeit mit anderen Einheiten. Bei den US-Streitkräften und zahlreichen NATO-Partnern löst sie schrittweise die ältere F-16 ab. Auch in Österreich werden Überlegungen angestellt, die F-35 als möglichen Nachfolger des Eurofighters zu beschaffen.
Der Abschuss über Teheran markiert zugleich das Ende einer langen Pause: Mehr als vier Jahrzehnte sind vergangen, seit ein israelischer Pilot zuletzt im Luftkampf einen gegnerischen Jet ausschalten konnte. Es war der 24. November 1985, als eine israelische F-15 über dem Libanon zwei syrische MiG-23 abschoss – so Austrian Wings.
Abgeschossene Yak-130
Die abgeschossene Yak-130 ist ein russisches Trainings- und Leichtkampfflugzeug, das der Iran seit 2023 aus Russland bezieht. Im Dienst der iranischen Luftwaffe erfüllt der zweisitzige Jet in erster Linie Ausbildungsaufgaben – er soll Piloten auf den Umstieg auf modernere Kampfflugzeuge vorbereiten, etwa auf künftige Su-35-Maschinen, und damit zur Modernisierung der stark veralteten iranischen Flotte beitragen.
Daneben ist die Yak-130 auch für begrenzte Kampfeinsätze geeignet, etwa mit Luft-Luft-Raketen oder Bomben, was der Iran bei Militärübungen bereits unter Beweis gestellt hat.