Die österreichisch-ungarische Grenze erlebt eine plötzliche Abnahme der Migrantenströme. Diese unerwartete Veränderung ist auf eine Tragödie in Serbien zurückzuführen, bei der drei Migranten in einem Schusswechsel mit Schleusern ihr Leben verloren haben. Die darauffolgenden harten Maßnahmen Serbiens haben weitreichende Auswirkungen, die bis ins österreichische Burgenland zu spüren sind.
Ende Oktober hat sich in der Nähe des Dorfes Horgoš an der ungarisch-serbischen Grenze ein dramatisches Ereignis abgespielt. Migranten und Schleuser, bewaffnet mit Kalaschnikows AK-47, gerieten in einen tödlichen Konflikt. Das darauffolgende Feuergefecht kostete drei Migranten das Leben und brachte das ohnehin angespannte Migrationsproblem in Serbien zum Überkochen.
Sicherstellung von hunderten Waffen
„Die serbische Polizei musste nach der Tragödie hart durchgreifen und gegen Schleuserbanden rigoros vorgehen, um der Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit zurückzugeben“, erklärt ein österreichischer Politikbeobachter. Die Maßnahmen führten zur Sicherstellung von hunderten Waffen und zur Aushebung großer Munitionsdepots. Die organisierten Migrantentransporte nach Österreich wurden vorerst gestoppt.
Serbien und der Flüchtlingszustrom
Die Folgen dieser Maßnahmen sind deutlich zu spüren. In der Woche nach dem Vorfall wurden an der österreichisch-ungarischen Grenze nur 57 Migranten aufgegriffen, im Vergleich zu Spitzenzeiten von bis zu 300 Aufgriffen an einem einzigen Tag. Doch diese Ruhe könnte trügerisch sein, wie ein Kenner der Situation betont: „Die Lager füllen sich. Innerhalb von nicht einmal 48 Stunden sind an die 700 Migranten in Serbien eingetroffen.“
Ein hochrangiger Offizier warnt: „Bald wird Serbien dem Flüchtlingszustrom nicht mehr gewachsen sein und die Schleusen öffnen müssen.“ Dies würde auch das Ende der momentanen Verschnaufpause für Polizei und Bundesheer im Burgenland bedeuten.
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Das Innenministerium in Wien berichtet, dass die Zahl der Aufgriffe gegenüber 2022 je nach Monat um 45 bis 65 Prozent zurückgegangen ist, während fast täglich ein Schlepper festgenommen wird. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob diese Entwicklung anhält und ob die Bemühungen, den Migrationsstrom zu kontrollieren, erfolgreich sein werden.