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Mafia

Europol-Razzia : 11 Millionen Kilo Ekelfleisch in Restaurants serviert

Europol-Razzia : 11 Millionen Kilo Ekelfleisch in Restaurants serviert
Symbolbild FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

Millionen Kilo verdorbene Lebensmittel, gefälschte Etiketten und illegale Schlachthöfe – eine internationale Großrazzia deckt ein erschreckendes Ausmaß an Lebensmittelbetrug auf.

Eine internationale Großoperation hat ein massives Netzwerk für Lebensmittelbetrug zerschlagen. An der Aktion „Opson XIV“ beteiligten sich Europol, OLAF (EU-Betrugsbekämpfung), die EU-Kommission sowie Behörden aus 31 Ländern, die mit Partnern aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie kooperierten. Europol betont, dass Lebensmittelbetrug ein ernsthaftes Kriminalitätsfeld darstelle, gegen das nur mit gebündelten Kräften vorgegangen werden könne. Die seit Jahren durchgeführten „Opson“-Operationen verfolgen das Ziel, die Gesundheit der europäischen Bevölkerung zu schützen und das Vertrauen in die Lebensmittelversorgung zu stärken.

Der aktuelle Einsatz führte laut einer Europol-Mitteilung zur Sicherstellung enormer Mengen: 259.012 Packungen, 1.416.168 Liter Getränke und 11.566.958 Kilogramm Lebensmittel wurden aus dem Verkehr gezogen. Der Gesamtwert der beschlagnahmten Waren beläuft sich auf etwa 95 Millionen Euro. Die Behörden meldeten 631 Personen an die Justiz, stellten 101 Haftbefehle aus und sprengten 13 organisierte kriminelle Vereinigungen. Insgesamt wurden 31.165 Kontrollen und Inspektionen durchgeführt.

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Besonders beunruhigend ist nach Angaben von Europol, dass Kriminelle zunehmend in Entsorgungsbetriebe eindringen, um abgelaufene Lebensmittel zu erbeuten. Die Täter entfernten mit Lösungsmitteln die ursprünglichen Etiketten und versahen die Produkte mit gefälschten Haltbarkeitsdaten, bevor sie diese wieder in den regulären Handel einschleusten. In einigen Fällen, etwa bei Konservenfisch, entstanden dadurch erhebliche Gesundheitsgefahren. Die Europol-Experten betonen, dass diese Methode zwar nicht neu sei, das aktuelle Ausmaß jedoch beispiellos sei.

Die Ermittler stellten außerdem weiterhin gravierende Probleme mit Produktfälschungen und dem Missbrauch geschützter geografischer Herkunftsbezeichnungen fest, insbesondere bei Olivenöl und Wein. Das Spektrum der konfiszierten Waren umfasst sowohl Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Geflügel, Fleisch und Fisch als auch Süßwaren, Fette und Öle. Ein weiterer Fokus lag auf Nahrungsergänzungsmitteln und Zusatzstoffen.

Illegale Schlachtbetriebe

Die Behörden stießen wiederholt auf Fleischprodukte, die unter unhygienischen Bedingungen gelagert oder geschlachtet worden waren. Zudem wurden Meeresfrüchte entdeckt, die für den menschlichen Verzehr längst ungeeignet waren, aber dennoch in den Handel gebracht wurden.

In Italien führten Ermittlungen der Carabinieri und der Gesundheitsbehörden zur Ausstellung eines Haftbefehls gegen sieben Personen, darunter Pferdezüchter und Lkw-Fahrer. Sie gehörten einer kriminellen Gruppe in Umbrien und Apulien an, die Pferde illegal schlachtete, die zuvor mit Medikamenten behandelt worden waren. Die Ermittler entdeckten einen versteckten Schlachthof auf einem Bauernhof sowie einen Lkw, der mit Teilen illegal getöteter Tiere beladen war.

In Nordportugal deckte die Wirtschafts- und Lebensmittelsicherheitsbehörde ASAE einen illegalen Schlachtbetrieb auf. Das dort verarbeitete Fleisch verschiedener Tierarten wurde ohne die vorgeschriebenen Gesundheitskontrollen an Restaurants und Metzgereien verteilt. Die Behörden beschlagnahmten 33 geschlachtete Tiere, 159 Schafe und Ziegen, etwa 200 Kilogramm Innereien, diverse Schlachtinstrumente und zwei Laptops.

Internationale Fälle

Spanien meldete mehrere Fälle: Die Guardia Civil zerschlug gemeinsam mit der portugiesischen ASAE und der Seepolizei mit Unterstützung von Europol ein Netzwerk, das kontaminierte Muscheln aus dem Fluss Tajo erntete. Die Ware wurde nach Portugal, Spanien, Frankreich und Italien verkauft und generierte wöchentliche Gewinne von bis zu 2,5 Millionen Euro. Elf Verdächtige wurden festgenommen und mehr als sieben Tonnen Muscheln sichergestellt.

In einem weiteren spanischen Fall ermittelte die Guardia Civil gegen ein Unternehmen, das etwa 2.000 Tonnen Bananen von Madeira fälschlicherweise als Kanarische Bananen mit geschützter Herkunftsbezeichnung deklarierte. Die Produkte gelangten mit gefälschten Zolldokumenten auf den Markt. Ein Verdächtiger wird wegen Urkundenfälschung und Verbrauchertäuschung zur Rechenschaft gezogen.

Auch Georgien beteiligte sich an der Operation: Das Finanzministerium entdeckte eine Schmuggelroute für unversteuerte Waren. Zwei ausländische Staatsangehörige wurden beim Transport großer Mengen unversteuerter Alkoholika, Tabak und anderer Waren gefasst. Sie verwendeten gefälschte Zolldokumente und luden die Güter auf andere Fahrzeuge um, um sie weiterzuverkaufen.

Der Wert der beschlagnahmten Waren belief sich auf rund 73.000 Euro.

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KO KOSMO-Redaktion
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