Ein Schuss durchschlägt die Stille: Kurz nach Mitternacht wird die albanische Moschee in Hollabrunn zum Ziel eines bewaffneten Angriffs. Der Staatsschutz ermittelt.
In der Nacht zum 21. Dezember wurde die Moschee der Albanischen Kultusgemeinde (ALKIG) in Hollabrunn mit einer Schusswaffe attackiert. Der Vorfall ereignete sich gegen Mitternacht, wie die ALKIG mitteilte. Nur wenige Minuten zuvor hatten sechs Gläubige das Gebäude verlassen, sodass sich zum Zeitpunkt des Angriffs niemand in der Moschee aufhielt. Der im Obergeschoss wohnende Vereinsobmann nahm kurz nach Mitternacht einen Knall wahr. Bei einem späteren, zufälligen Treffen mit einer weiteren Person entdeckte er dann ein Einschussloch im Eingangsbereich, wie ein Polizeisprecher der APA erklärte.
Die Untersuchungen ergaben, dass es sich bei der verwendeten Munition um ein Faustfeuerwaffenkaliber ab neun Millimeter handelt. Die genaue Bestimmung ist noch Teil der laufenden Ermittlungen. Das Projektil durchschlug den Türrahmen am Eingang, passierte einen Raum sowie eine Doppelglasscheibe und kam schließlich im Innenhof zum Liegen. Die Ermittler prüfen derzeit, ob ein Einzeltäter oder mehrere Personen für den Angriff verantwortlich sind. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung hat die Leitung der Untersuchungen übernommen. Hinweise können an die Polizeiinspektion Hollabrunn gerichtet werden. Entgegengenommen werden sie unter der Telefonnummer 059 133/3410
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Reaktion der Kultusgemeinde
Die Albanische Kultusgemeinde verurteilt den Gewaltakt gegen ihre religiöse Einrichtung mit Nachdruck. „Solche Angriffe stellen nicht nur eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit religiöser Gemeinschaften dar, sondern gefährden auch das friedliche Zusammenleben und die demokratische Ordnung in unserer Gesellschaft“, heißt es in der Mitteilung der Kultusgemeinde. Die ALKIG fordert die zuständigen Sicherheitsbehörden auf, alle notwendigen Schritte zur vollständigen Aufklärung dieses Vorfalls zu setzen und die Täter rasch auszuforschen sowie die Sicherheit religiöser Einrichtungen nachhaltig zu gewährleisten.
Gleichzeitig wird an politische Verantwortungsträger und die Öffentlichkeit appelliert, auf jede Form von hetzerischer oder polarisierender Sprache gegenüber religiösen Institutionen und ihren Angehörigen zu verzichten. „Worte tragen Verantwortung und können – insbesondere in sensiblen Zeiten – zur Eskalation beitragen.“ Die Albanische Kultusgemeinde stehe weiterhin entschlossen für Frieden, Dialog, gegenseitigen Respekt und ein gedeihliches Zusammenleben in der österreichischen Gesellschaft.
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Bürgermeister solidarisch
Nach dem Vorfall besuchte Bürgermeister Alfred Babinsky auf Einladung der Kultusgemeinde die Moschee. Er betonte das ausgezeichnete Verhältnis zwischen der Gemeinde und der ALKIG: „Es liegt mir am Herzen, unser gutes Verhältnis zu kommunizieren und hoffe, dass dieser Vorfall aufgeklärt wird und eine einmalige Sache war.“ Der Bürgermeister sprach sich entschieden gegen jede Form der gesellschaftlichen Spaltung aus.
Bei seinem Besuch stellte er fest, dass die meisten ALKIG-Mitglieder, mit denen er ins Gespräch kam, in Hollabrunn geboren wurden und bei lokalen Unternehmen beschäftigt sind.