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Terrorverdacht

Terror-Teenager plante nach Freilassung nächsten Anschlag

Terror-Teenager plante nach Freilassung nächsten Anschlag
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Nach nur kurzer Freiheit sitzt der 15-jährige IS-Sympathisant wieder hinter Gittern. Das Landesgericht verlängerte die U-Haft für den mutmaßlichen Terror-Planer.

Das Landesgericht für Strafsachen hat am Donnerstag die Untersuchungshaft für einen 15-jährigen IS-Sympathisanten um vier Wochen verlängert. Der Jugendliche, der im Juli wegen Anschlagsplänen gegen den Wiener Westbahnhof zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden war und nach Anrechnung der U-Haft im Oktober freikam, steht erneut im Fokus der Ermittlungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft Wien führt gegen ihn ein Verfahren wegen verbrecherischen Komplotts und terroristischer Straftaten. Gerichtssprecher Christoph Zonsics-Kral bestätigte auf Anfrage, dass das Gericht weiterhin von Tatbegehungs- und Tatausführungsgefahr ausgeht. Der aktuelle Haftbeschluss gilt bis zum 12. Jänner.

Die neuerliche Festnahme des Jugendlichen erfolgte am 25. November, nachdem er vom Verfassungsschutz unter Beobachtung gestanden hatte. Den Ermittlern zufolge soll sich der Teenager während seiner Haftzeit und nach seiner Entlassung weiter im Sinne der Terrororganisation „Islamischer Staat“ radikalisiert haben. Bei seiner Festnahme vor gut zwei Wochen verwiesen die Sicherheitsbehörden auf seine „hohe Affinität zu radikal-islamistischer Propaganda sowie zu Stichwaffen und ähnlichen Gegenständen“.

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Gezielte Observation

Der Festnahme gingen gezielte Observationen durch das Wiener Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) voraus. Nach vorliegenden Informationen wurde der 15-Jährige beim Versuch, ein Messer zu erwerben, aufgegriffen. Da gegen ihn ein Waffenverbot bestand, hatte er offenbar seinen älteren Cousin eingeschaltet, der für ihn in einem Waffengeschäft vorstellig wurde.

Während der Cousin das Messer kaufte, wartete der Jugendliche den Erkenntnissen zufolge draußen. Als das Messer in seinen Besitz gelangte, schritten die Behörden ein. Spezialkräfte des Einsatzkommandos Cobra stürmten gemeinsam mit LSE-Beamten die elterliche Wohnung des Burschen in Wien-Hernals. Nach der Festnahme wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt und das Mobiltelefon des 15-Jährigen sichergestellt. Die Auswertung des Handys steht noch aus.

Kontakte in Haft

In der Justizanstalt Josefstadt scheint der Jugendliche nicht vollständig von anderen IS-Anhängern isoliert zu sein. Mehrere Quellen berichteten, dass er wiederholt „Rufkontakt“ zu Beran A. gehabt haben soll – jenem mittlerweile 20-Jährigen, der Anfang August 2024 mutmaßlich einen Terroranschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert im Ernst-Happel-Stadion geplant hatte. Beamte der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) konnten Beran A. wenige Tage vor dem geplanten Konzerttermin festnehmen. Er befindet sich seither ebenfalls in der Justizanstalt Josefstadt in Untersuchungshaft.

Das erstinstanzliche Urteil gegen den verhinderten Westbahnhof-Attentäter wurde übrigens in zweiter Instanz verschärft. Das Oberlandesgericht Wien gab einer Strafberufung der Staatsanwaltschaft Wien statt und erhöhte am 8. Oktober die Strafe auf drei Jahre Haft, wovon ein Jahr unbedingt zu verbüßen ist.