Ein Sprung aus dem Transportwagen, zwei Beamte hinterher – in Graz scheiterte ein Fluchtversuch knapp. Doch der Vorfall offenbart ein tieferes Problem.
Vergangene Woche kam es während eines Häftlingstransports in Graz zu einem Fluchtversuch: Ein 38-Jähriger, der in der Justizanstalt Graz-Jakomini eine rechtskräftige Strafe verbüßt, sollte wegen weiterer Straftaten erneut vor Gericht erscheinen – doch dazu kam es nicht.
Als der Transportwagen vor dem Bezirksgericht Graz-West zum Stehen kam und sich die Türen öffneten, ergriff der Mann seine Chance. Die Beine waren nicht gefesselt, und er sprang kurzerhand aus dem Fahrzeug. Die beiden begleitenden Justizwachebeamten sowie der Fahrer setzten sofort nach – und holten ihn rasch wieder ein.
Nach kurzer Verfolgung war der Ausbruch beendet, der Häftling wurde gefasst und in die Justizanstalt zurückgebracht. Die Verhandlung fiel aus; nun liegt es an der Anstaltsleitung, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Wie die Kronen Zeitung berichtet, war der 38-Jährige zum Zeitpunkt des Vorfalls lediglich mit Handschellen gesichert – eine Sicherheitsvorkehrung, die ihm letztlich ausreichend Spielraum für den Fluchtversuch ließ.
Personalmangel & Folgen
Der Vorfall wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die angespannte Lage in der Justizanstalt Graz-Jakomini. Laut Krone kämpft die Einrichtung seit Längerem mit gravierendem Personalmangel. Beim Justizministerium wurden zuletzt Anträge für 50 zusätzliche Planstellen eingebracht – bewilligt wurde keiner davon.
Dass Fluchtversuche in diesem Umfeld keine Ausnahme darstellen, belegt eine weitere Zahl: Derzeit sind 25 Häftlinge aus dieser Anstalt auf freiem Fuß.