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Eskalation

Hormus wieder gesperrt: Iran torpediert eigenes Friedensabkommen

Hormus wieder gesperrt: Iran torpediert eigenes Friedensabkommen
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Kaum unterzeichnet, schon unter Druck: Das Abkommen zwischen Iran und den USA steht vor seiner ersten ernsthaften Bewährungsprobe.

Die Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt rund um den Iran haben am Samstag einen weiteren Dämpfer erhalten: Teheran gab überraschend bekannt, die Straße von Hormus erneut für den Schiffsverkehr zu sperren. „Hiermit wird bekannt gegeben, dass die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr geschlossen wird“, hieß es in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Mitteilung des iranischen Militärkommandos. Die Schließung der für den globalen Ölhandel zentralen Meerenge sei ein „erster Schritt“, so die Erklärung weiter.

Sollte „eine Fortsetzung der Aggression“ erfolgen, würden weitere Maßnahmen ergriffen, „um den Feind zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen“.

Gespräche in der Schweiz

Nahezu zeitgleich mit der Ankündigung der Sperrung meldete das iranische Staatsfernsehen, dass Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei eine Reise eines iranischen Verhandlungsteams in die Schweiz bestätigt habe, wo Gespräche mit US-Vertretern stattfinden sollen. Die Reise war ursprünglich für Freitag angesetzt, nach den Kämpfen im Libanon jedoch kurzfristig verschoben worden. Medienberichten zufolge befindet sich auch US-Unterhändler Steve Witkoff auf dem Weg in die Schweiz, und US-Vizepräsident J.D. Vance kündigte eine eigene Reise in das Land „in den nächsten Tagen“ an.

Das iranische Regime wertet die israelischen Angriffe auf den Südlibanon als Verstoß gegen das mit den USA geschlossene Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges vom Mittwoch. Israel und die Hisbollah hatten sich erst am Freitag auf eine Feuerpause geeinigt – doch bereits in der Nacht zum Samstag soll die Miliz laut israelischen Militärangaben 50 Projektile auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert haben. Das israelische Militär reagierte mit Angriffen auf Stellungen der Hisbollah.

Libanesischen Angaben zufolge kamen dabei mindestens 16 Menschen ums Leben. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Samstag, israelische Kampfflugzeuge und Drohnen hätten in der Nacht sowie am Morgen das Gebiet rund um Nabatija angegriffen – eine Stadt, die als Hochburg der Hisbollah gilt.

Blockade der Meerenge

Die Straße von Hormus war vom Iran bereits nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar faktisch blockiert worden. Durch die Meerenge werden zu Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls transportiert, daneben auch erhebliche Mengen an verflüssigtem Erdgas und Düngemitteln. Die USA ihrerseits hatten die Durchfahrt von und zu iranischen Häfen untersagt.

Im Rahmen der diese Woche unterzeichneten Vereinbarung sagten beide Seiten zu, die jeweiligen Blockaden aufzuheben, woraufhin erste Schiffe die Meerenge bereits wieder passierten – auf zwei Routen: einer entlang der iranischen Küste sowie einer weiteren südlich davon entlang der omanischen Küste. Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars konnten jedoch lediglich zwei Öltanker die Meerenge passieren, bevor der Verkehr wieder eingestellt wurde. In einer Mitteilung an die Reeder hatte der Iran bereits diese Woche klargestellt, dass kein Schiff die Meerenge ohne iranische Genehmigung durchqueren dürfe.

Der mittlere Abschnitt zwischen den beiden Routen soll während des Krieges vermint worden sein.

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KO KOSMO-Redaktion
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