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Kindesmissbrauch

Hundebox-Fall: Ermittlungen wegen sadistischem Kult

Kindesmissbrauch
(FOTO: iStock/kieferpix)

Eine 32-jährige Mutter soll ihren zwölfjährigen Sohn über Wochen hinweg gequält haben. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass eine Freundin sie zu den Taten angestiftet haben könnte und es möglicherweise eine sadistische Gruppierung gibt, die dahintersteckt.

Im Waldviertel ereignete sich ein erschütternder Fall, bei dem eine 32-jährige Mutter ihren zwölfjährigen Sohn über Wochen hinweg gequält haben soll, indem sie ihn in eine Hundebox sperrte, schlug und mit Eiswasser übergoss. Die Situation eskalierte am 20. November 2022. Drei Tage später, am 23. November, rief eine Sozialarbeiterin die Rettung, nachdem der Junge ins Koma gefallen war. Dank der medizinischen Versorgung überlebte er. Die Mutter wurde am 27. November in Untersuchungshaft genommen, wobei die Unschuldsvermutung gilt.

Chat-Verlauf

Die Ermittler werteten das Handy der Mutter aus und entdeckten einen Chat-Verlauf, der darauf hindeutet, dass eine 40-jährige Freundin sie zu den Taten angestiftet oder zumindest angeleitet haben könnte. Die Freundin wurde am 3. März 2023 ebenfalls festgenommen und in Untersuchungshaft genommen; auch für sie gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen laufen weiter, da es möglich ist, dass es weitere Mittäter oder sogar eine sadistische Gruppierung gibt, die hinter der Tat steht, so Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion Niederösterreich.

Sadistischer Kult

Der „Kurier“ berichtet, dass Ermittlungen wegen eines sadistischen Kultes laufen, der die Mutter zur Tat getrieben haben könnte. Die Staatsanwaltschaft Krems und die zuständige Bezirkshauptmannschaft äußern sich nicht dazu und verweisen auf den Opfer- und Datenschutz. Es bleiben viele offene Fragen: Der Junge besuchte eine Sonderschule, die Mutter meldete ihn jedoch immer wieder ab. In den Tagen vor der Eskalation war er nicht mehr in der Schule. Ob die Schulleitung die Missstände bemerkt hat oder hätte bemerken können, ist unklar.

Obsorgestreit

Die Familie stand in Kontakt mit der Jugendwohlfahrt aufgrund eines Obsorgestreits zwischen Vater und Mutter. Nur deshalb ist der Junge vermutlich noch am Leben, da die Sozialarbeiterin am 23. November die Rettung alarmierte. Nach seiner Erholung kam der Junge zu seinem Vater.

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Ein ähnlicher Fall ereignete sich 2016 und 2017 im südlichen Niederösterreich: Ein damals 59-jähriger Busfahrer soll ein geistig und körperlich behindertes Mädchen mehrfach sexuell missbraucht haben. Die Übergriffe wurden gefilmt, und es stellte sich heraus, dass der Fahrer von seiner 54-jährigen Chefin angestiftet worden war. Der Sohn des Fahrers deckte den Fall schließlich auf. Der 59-Jährige wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, die Chefin zu vier Jahren.

Sandra Plesser
Als zweites Kind jugoslawischer Gastarbeiter wurde Sandra in Wien geboren und studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Während ihrer Tätigkeit als Redakteurin bei Advanced Photoshop, mokant und Der Standard baute sie mittels Weiterbildungen ihr Wissen im Bereich Social Media-, Content- und Veranstaltungsmanagement aus. Nach drei Jahren in der Eventorganisation widmet sie sich bei KOSMO wieder ihrer Passion: dem Journalismus.