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WM-Boykott

Iran droht mit Spielabbruch bei Protesten im Stadion

Iran droht mit Spielabbruch bei Protesten im Stadion
FOTO: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH
2 Min. Lesezeit |

Los Angeles, zwei Millionen Exil-Iraner – und eine Drohung, die den WM-Frieden gefährdet.

Kurz vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hat der Iran mit einem Abbruch seiner Partien gedroht, sollte es in den Stadien zu politischen Protestaktionen der persischen Diaspora gegen das islamische Regime kommen. Sportminister Ahmed Dondschamali ließ keinen Zweifel an der Entschlossenheit Teherans: „Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören.“ Darüber hinaus bestehe der Iran darauf, dass ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik in den Arenen gezeigt werden dürfe.

Flaggenstreit eskaliert

Bereits seit Wochen pocht Teheran darauf, die alte persische Flagge mit dem Löwen-und-Sonnen-Emblem aus den Stadien fernzuhalten. Dieses Symbol, das vor allem von monarchistischen Oppositionsgruppen verwendet wird, ist auch bei Protestkundgebungen im Ausland allgegenwärtig und gilt weithin als Zeichen der Ablehnung des islamischen Systems. Ob ein derartiges Verbot in der Praxis durchsetzbar wäre, bezweifeln Beobachter allerdings.

Wie das Sportportal Varzesh3 berichtet, habe der Iranische Fußballverband den Weltverband FIFA mehrfach aufgefordert, sicherzustellen, dass iranische Fans ausschließlich die Flagge der Islamischen Republik in die Stadien mitbringen dürfen. Auch das Zeigen der alten persischen Flagge würde nach Angaben des Ministers dazu führen, dass die Mannschaft das Spielfeld verlässt.

Los Angeles im Fokus

Besondere Brisanz erhält die Situation dadurch, dass zwei der drei iranischen Vorrundenspiele in Los Angeles ausgetragen werden, ein weiteres in Seattle. In Los Angeles ist der Großteil der fast zwei Millionen Menschen zählenden persischen Diaspora in den USA beheimatet.

Für viele von ihnen stellt die WM eine einmalige Gelegenheit dar, ihren Widerstand gegen die iranische Führung auf einer globalen Bühne sichtbar zu machen.

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KO KOSMO-Redaktion
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