Teheran und Washington – zwei Versionen, eine brisante Frage: Wer spricht hier eigentlich mit wem?
Das iranische Militär hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach der Iran an einem Abkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten interessiert sei. Trump hatte tags zuvor erklärt, Teheran strebe einen Verhandlungsabschluss an. Israelische und amerikanische Medien berichteten unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider, die US-Regierung habe dem Iran einen 15-Punkte-Plan für Friedensgespräche übermittelt. Laut diesen Berichten verlangt der Plan unter anderem die Stilllegung der iranischen Atomanlagen Natans, Isfahan und Fordow, die Gewährleistung freien Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, das Verbot der Urananreicherung auf iranischem Boden sowie eine einmonatige Feuerpause zur Besprechung des Vorschlags.
Trotz der vielen offenen Fragen reichte allein die Aussicht auf eine mögliche Waffenruhe aus, um die Versorgungssorgen der Anleger am Ölmarkt zu dämpfen. Die Preise gaben spürbar nach, zeitweise fiel der Preis für die Nordseesorte Brent unter die Marke von 100 Dollar – umgerechnet rund 86 Euro – je Barrel zu 159 Litern.
Irans klare Absage
Militärsprecher Ebrahim Solfaghari erklärte gegenüber staatlichen Medien, die USA verhandelten wohl mit sich selbst. „Hat das Ausmaß Ihrer inneren Zerrissenheit das Stadium erreicht, dass Sie mit sich selbst verhandeln?“, fragte Solfaghari spöttisch in Richtung der US-Führung. Zugleich stellte er klar, dass weder US-Investitionen noch die Energiepreise aus der Vorkriegszeit zurückkehren würden, solange Washington nicht anerkenne, dass die regionale Stabilität von den iranischen Streitkräften gewährleistet werde.
Botschafter widerspricht
Auch der iranische Botschafter in Pakistan widersprach der amerikanischen Darstellung. Botschafter Resa Amiri Moghadam erklärte, nach seinem Kenntnisstand hätten bislang weder direkte noch indirekte Gespräche zwischen beiden Ländern stattgefunden. Pakistan hatte zuvor Bereitschaft signalisiert, mögliche Verhandlungen in Islamabad als Gastgeber auszurichten. Frühere Aussagen in diesem Zusammenhang hatte der Iran jedoch bereits dementiert.