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Verkehrschaos

Kälteschock lähmt Europa: 850 Kilometer Stau und Flughafen-Chaos

Kälteschock lähmt Europa: 850 Kilometer Stau und Flughafen-Chaos
(envato: Schnee)
4 Min. Lesezeit |

Eisige Rekordtemperaturen und meterhoher Schnee legen den Verkehr in ganz Europa lahm. Von Amsterdam bis Sarajevo herrscht Ausnahmezustand auf Straßen, Schienen und in der Luft.

Extreme Kältewelle

Starker Schneefall und eisige Temperaturen haben am Montag weite Teile Europas fest im Griff. Der Wintereinbruch führt zu massiven Verkehrsbehinderungen in zahlreichen Ländern. Besonders schwer betroffen sind Polen, Tschechien, Großbritannien und die Niederlande, während auch in Österreich Rekordminusgrade gemessen wurden.

In den Niederlanden mussten am Amsterdamer Flughafen Schiphol mehr als die Hälfte aller geplanten Flüge gestrichen werden – knapp 700 von rund 1.200 Starts und Landungen fielen aus. Die Probleme setzen sich auch am Dienstag fort, wo allein die Fluggesellschaft KLM etwa 300 weitere Flüge canceln musste. Gleichzeitig kam der Bahnverkehr rund um Amsterdam und Utrecht zeitweise vollständig zum Erliegen. Meteorologen prognostizieren anhaltende Schneefälle für den Rest der Woche.

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Auch Frankreich kämpft mit den Winterbedingungen. Auf den Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly mussten laut Verkehrsminister Philippe Tabarot 15 Prozent aller Flüge gestrichen werden, um die Start- und Landebahnen freizuhalten. In der Normandie, der Bretagne und im Großraum Paris bildeten sich Rekordstaus mit einer Gesamtlänge von 850 Kilometern. Die TGV-Schnellzüge reduzierten ihre Geschwindigkeit von 300 auf 200 km/h. Der französische Wetterdienst Meteo-France meldete landesweit frostige Temperaturen.

Rekordtemperaturen

Die polnische Eisenbahn PKP verzeichnete erhebliche Verspätungen und Zugausfälle. Der Fernverkehrszug zwischen Krakau und Berlin erreichte die deutsche Grenze mit mehr als zweieinhalb Stunden Verspätung. In Tschechien wurde in der Gemeinde Kvila im Böhmerwald ein extremer Tiefstwert von minus 30,6 Grad Celsius registriert. Der staatliche Wetterdienst rechnet damit, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen landesweit unter dem Gefrierpunkt bleiben werden.

Im Vereinigten Königreich gelten seit Tagen Wetterwarnungen wegen starken Schneefalls. In Schottland blieben Hunderte Schulen geschlossen, während Schneepflüge im Einsatz waren, um Gleise freizuräumen. Die schottische Polizei warnte Autofahrer vor der Nutzung gesperrter Straßen. Das Wetterbüro Met Office warnte zudem, dass entlegene Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten werden könnten. Im englischen Shap wurde mit minus 10,9 Grad die kälteste Nachttemperatur des Winters gemessen. Der Flugverkehr am John Lennon Airport in Liverpool kam zeitweise zum Erliegen. Ähnliche Probleme mit Schulschließungen und Flugausfällen wurden aus Irland und Nordirland gemeldet.

In Österreich sank das Thermometer in Liebenau im Unteren Mühlviertel auf minus 25,7 Grad. Die Geosphere Austria hat für Teile des Landes eine Kältewarnung herausgegeben, wobei vor allem der Westen betroffen ist. Dort soll die extreme Kälte noch bis Mittwoch oder Donnerstag anhalten. Nach einem vergleichsweise milden Dezember werden nun Tiefsttemperaturen bis zu minus 25 Grad erwartet.

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Massive Einschränkungen

Im Süden Deutschlands wurde mit minus 24,3 Grad im niederbayerischen Haidmühle die kälteste Nacht des bisherigen Winters registriert. Für den Norden Deutschlands werden weitere Schneefälle vorhergesagt.

In der Slowakei meldeten Meteorologen mit örtlich bis zu minus 20 Grad den bisher kältesten Morgen des Winters. In Rumänien waren besonders die Karpatenregionen in Siebenbürgen betroffen, wo mehrere Dörfer durch zugeschneite Straßen von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Mindestens 42.000 Haushalte waren ohne Strom, nachdem Transformatoren durch den heftigen Schneefall beschädigt wurden.

In vielen Regionen Europas warnten die Behörden vor gefährlichen Verkehrsbedingungen durch Glatteis und Schneetreiben. In Schweden appellierte die Polizei an die Bevölkerung, auf unnötige Fahrten zu verzichten: „Sushi zu holen ist keine Notwendigkeit!“ Am Stockholmer Flughafen Arlanda fielen zahlreiche Flüge aus oder waren verspätet. Der Bahnverkehr wurde in mehreren Regionen zeitweise eingestellt, während Busse und Lastwagen von den eisglatten Straßen rutschten.

In Spanien brachte das Sturmtief „Francis“ Regen, Kälte, starken Seegang und in höheren Lagen auch Schnee. Die Wetterbehörde Aemet gab für zehn Regionen des Landes Warnungen heraus. Für die Balearen mit Mallorca und die meisten anderen Gebiete gilt die dritthöchste Warnstufe Gelb. In Teilen von Kantabrien im Norden, Kastilien und Leon im Nordwesten sowie Katalonien im Osten wurde teilweise die Warnstufe Orange ausgerufen, die erhebliche Gefahr signalisiert. Die stärksten Schneefälle konzentrierten sich laut TV-Sender RTVE auf das dünn besiedelte Inland, die östliche Landeshälfte und das Kantabrische Gebirge. Auf drei Autobahnen und mehreren Landstraßen kam es zu erheblichen Einschränkungen.

In Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, fielen bis zu 40 Zentimeter Schnee.

Am dortigen Flughafen musste am Sonntag die Hälfte aller Flüge gestrichen werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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