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Distanzierung

Kroatiens Präsident Milanović fordert neue Strategie gegen Ustascha-Kult

Kroatiens Präsident Milanović fordert neue Strategie gegen Ustascha-Kult
FOTO: Twitter
3 Min. Lesezeit |

Zwischen historischer Last und aktueller Politik: Kroatiens Präsident Milanović bezieht klar Stellung gegen den umstrittenen Ustascha-Gruß und fordert konsequentes Handeln.

Klare Distanzierung

Der kroatische Staatspräsident Zoran Milanovic hat sich deutlich gegen die Verwendung des historisch belasteten Grußes „Für die Heimat bereit“ ausgesprochen. Der Slogan, der sowohl von der faschistischen Ustascha-Bewegung im Zweiten Weltkrieg als auch später von den Kroatischen Verteidigungskräften während der Balkankriege der 1990er Jahre verwendet wurde, sei nicht zeitgemäß. Bei den Kroatischen Verteidigungskräften (HOS, paramilitärische Einheit) habe es sich um „eine freiwillige Miliz innerhalb einer politischen Partei“ gehandelt, die der damalige Präsident Franjo Tudjman bereits „im Jänner 1992 aufgelöst hat“, erklärte Milanovic.

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Polizeiliche Versäumnisse

Besonders kritisch äußerte sich der Präsident zu Vorfällen beim kürzlichen Konzert des umstrittenen Sängers Marko Perkovic Thompson auf dem Zagreber Hippodrom. Im Stadtzentrum von Zagreb seien „Dinge passiert, die nicht hätten passieren sollen“ – gemeint war das öffentliche Anstimmen von Ustascha-Liedern vor der Veranstaltung. „Die Polizei hätte eingreifen, diese Personen entfernen und ihre Identität feststellen müssen“, kritisierte Milanovic. Auch einige Gastronomiebetriebe hätten dieses Verhalten aus Profitgründen gefördert, was im Zentrum der kroatischen Hauptstadt nicht toleriert werden dürfe.

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Historischer Kontext

Milanovic betonte, dass die Kroatische Rechtspartei den Namen „Kroatische Verteidigungskräfte“ und den Gruß „Für die Heimat bereit“ bewusst gewählt habe. „Diesen Slogan brauchen wir nicht“, stellte er klar. Die Gruppierung sei damals vor allem als Konkurrenz zur offiziellen Nationalgarde und zu Präsident Tudjman aufgetreten, der die Formation schließlich auflöste und dabei „mit einigen Personen sogar in physische Auseinandersetzungen geriet“. Nach einem Treffen mit dem Stadtrat von Cazma in Kroatien fügte Milanovic hinzu, dass „all das Schwarze rund um die HOS“ nicht den kroatischen Nationalfarben entspreche.

Der Präsident schlug einen pragmatischen Umgang mit der Problematik vor: „Verbotene Früchte sind attraktiv. Vielleicht wäre die Lösung, dass wir beginnen, solche Symbole zu ignorieren. Es sind fast 100 Jahre vergangen.“ Persönlich störe ihn besonders die schwarze Farbgebung: „Ich habe ein Problem mit der schwarzen Farbe, das hat nichts mit Kroatien und der kroatischen Armee zu tun.“

Gespaltene politische Landschaft

Milanović hat in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass der Ustascha-Gruß der kroatischen Gesellschaft schade. Bei öffentlichen Gedenkfeiern wie in Bleiburg fordert er ein Ende solcher Parolen und hebt die Bedeutung eines respektvollen, antifaschistischen Gedenkens hervor. Anders als der sozialdemokratische Präsident haben führende Vertreter der konservativen Regierungspartei HDZ, darunter Premierminister Andrej Plenković, wiederholt Schwierigkeiten gezeigt, sich klar von faschistischen Symbolen zu distanzieren.

Diese unterschiedlichen Positionen manifestieren sich auch in der gesellschaftlichen Debatte. Die ehemalige Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović relativierte den Ustascha-Gruß sogar als „alten kroatischen Gruß“ – eine Interpretation, die Milanović vehement zurückweist. Die Uneinigkeit innerhalb der politischen Elite erschwert eine konsequente Aufarbeitung der Vergangenheit und verstärkt die Spannungen zwischen nationalistischen und antifaschistischen Lagern in Kroatien.

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KO KOSMO-Redaktion
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