Ein aufmerksamer Bürger in Vösendorf (Bezirk Mödling) löste eine Kettenreaktion aus, als er die Polizei über Personen informierte, die aus einem weißen Kastenwagen stiegen. Sie lösten den Verdacht auf Menschenschlepperei aus. Sein Handeln ermöglichte es den Einsatzkräften, einen bulgarischen Fahrer und fünf syrische Staatsangehörige zu stoppen, die zwischen 16 und 50 Jahre alt waren.

Geständnis wirft Licht auf dunkle Geschäfte
Der bulgarische Lenker des Kastenwagens mit bulgarischem Kennzeichen gestand während der Einvernahme, die fünf Syrer für eine Summe von je 6.000 Euro nach Österreich gebracht zu haben. Im Zuge dieser Enthüllung wurde der Fahrer auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt inhaftiert. Das Schlepperfahrzeug, das für den illegalen Transport hydraulisch umgebaut wurde, um Menschen unter der Bodenplatte in speziell angefertigten Boxen zu verbergen, wurde von den Behörden beschlagnahmt.
Zurückgehende Schlepperaktivitäten in NÖ
Die Landespolizeidirektion Niederösterreich vermeldet einen markanten Rückgang der Aufgriffe von geschleppten Personen und der Festnahmen von Schleppern. Besonders seit Oktober des letzten Jahres zeichnet sich dieser Trend ab. Während im Vorjahr in Niederösterreich bis zum 1. Mai 909 Menschen aufgegriffen wurden, waren es im selben Zeitraum dieses Jahres lediglich 219. Auch die Zahl der festgenommenen Schlepper sank. Von 18 im Vorjahr auf einen in diesem Jahr.
Veränderungen und strategische Antworten
Experten erklären die Abnahme mit einer Verschiebung der Schlepperrouten. Diese erstrecken sich nun eher über Bosnien-Herzegowina und Slowenien bis nach Italien. Diese Entwicklung steht im Einklang mit den verschärften Maßnahmen der Bundesregierung und der intensiven Zusammenarbeit der nationalen Schlepperbekämpfer. Ein stärkeres Vorgehen gegen illegale Grenzübertritte sind ebenso Teil der erfolgreichen Strategie. Speziell an den Grenzen zur Slowakei und Tschechien gibt es verstärkte Kontrollen. Deshalb steigen die Preise für Schleppungen nach Österreich schnell.
Quelle: LPD NÖ
