Ein geplanter ORF-Beitrag über Natascha Kampusch sorgt für Aufruhr – und verschwindet noch vor der Ausstrahlung aus dem Programm.
Eine geplante ORF-Dokumentation über Natascha Kampusch hat eine Welle der Empörung ausgelöst und wurde daraufhin kurzfristig aus dem Sendeprogramm gestrichen. Sowohl der Medienwatchblog Kobuk als auch Medienrechtsanwältin Maria Windhager übten scharfe Kritik an dem Vorhaben und sprachen von einer „massiven Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs“.
Der ORF reagierte auf den öffentlichen Druck und zog die Sendung zurück. Windhager bezeichnete die geplante Ausstrahlung auf Bluesky als „Fehlleistung“ und wies zusätzlich auf mögliche Entschädigungsforderungen hin.
Geplante Dokumentation
Für den Montagabend war im Hauptabendprogramm unter dem Titel „Gefangen in Freiheit“ ein „Thema spezial“ angekündigt gewesen. Die Sendung sollte – anlässlich des 20. Jahrestags von Kampuschs Flucht vor ihrem Entführer – ihr Leben und ihren aktuellen Zustand beleuchten. „Thema“-Sendungsleiter Christoph Feurstein wollte laut ORF-Ankündigung „das Schicksal des Entführungsopfers vom Tag ihres Verschwindens am 2. März 1998 bis heute nachzeichnen“.
Der Sender teilte zudem mit, Kampuschs Familie wolle „auf sensible Art und Weise öffentlich machen, aufklären und die Ursachen für den Zusammenbruch der Tochter, Schwester und Tante beleuchten“. Zu sehen gewesen wäre unter anderem Kampuschs Mutter. Gemeinsam mit Kampuschs Schwester und deren Tochter besuchte Feurstein für die Dokumentation auch das Haus in Strasshof an der Nordbahn, in dem Natascha Kampusch jahrelang von Wolfgang Priklopil gefangen gehalten wurde.
Ärzte dagegen
Berichten zufolge sollen sich Kampuschs Ärzte gegen die Dokumentation ausgesprochen haben.