Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Judenhass

Nach Sydney-Terror: Antisemitische Anschlagswelle erschüttert Australien

Nach Sydney-Terror: Antisemitische Anschlagswelle erschüttert Australien
(envato: auto brennt)
2 Min. Lesezeit |

Ein brennendes Auto mit Chanukka-Schild vor dem Haus eines Rabbiners erschüttert Melbourne. Der mutmaßlich antisemitische Vorfall folgt auf den tödlichen Terroranschlag am Bondi Beach.

Nach dem Terroranschlag am Bondi Beach ist in Australien erneut ein mutmaßlich antisemitisch motivierter Vorfall zu verzeichnen. In Melbourne ging das Auto eines Rabbiners in Flammen auf, das mit einem „Chanukka“-Schild gekennzeichnet war. Der Wagen stand vor dem Wohnhaus des Geistlichen, der zusammen mit seiner Familie anschließend in Sicherheit gebracht wurde.

Der Brandanschlag ereignete sich etwa anderthalb Wochen nach der tödlichen Attacke in Sydney, bei der 15 Menschen ums Leben kamen. Obwohl bei dem Vorfall in Melbourne niemand verletzt wurde, löste er angesichts der jüngsten Ereignisse große Betroffenheit aus. Regierungschef Anthony Albanese verurteilte die Tat bei einer weihnachtlichen Veranstaltung in Sydney als „unbegreiflich“ und forderte ein gemeinsames Vorgehen gegen Antisemitismus. „Welche bösartigen Ideologien treiben jemanden in einer Zeit wie dieser an?“, fragte der Premier.

⇢ 15 Tote in Sydney – Bondi‑Attentäter jetzt mit 59 Anklagepunkten

Laufende Ermittlungen

Auf Aufnahmen vom Tatort ist das ausgebrannte Fahrzeug mit dem deutlich erkennbaren „Happy Chanukah!“-Schriftzug auf dem Dach zu sehen. Die Ermittlungsbehörden äußerten sich zunächst zurückhaltend zu einem möglichen antisemitischen Motiv. In einer von Medien zitierten Erklärung teilte die Polizei mit, dass eine Person identifiziert wurde, die bei den Untersuchungen helfen könnte. Die Ermittlungen dauern an, von einer Festnahme wurde bislang nicht berichtet.

Die für den Kampf gegen Antisemitismus zuständige Sonderbeauftragte Australiens weist auf einen drastischen Anstieg judenfeindlicher Vorfälle seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 hin. Landesweit seien im darauffolgenden Jahr mehr als 2.000 antisemitische Übergriffe dokumentiert worden – darunter Drohungen, Einschüchterungen, tätliche Angriffe und Sachbeschädigungen.

⇢ Terroristen von Sydney waren Vater und Sohn: Holocaust-Überlebender unter Opfern

Jüdisches Leben

Erst im Jänner 2024 sorgte ein Brandanschlag auf eine Synagoge in Melbourne für Aufsehen, für den australische Sicherheitsbehörden den Iran verantwortlich machten. Melbourne gilt mit seiner etwa 120.000 Menschen umfassenden jüdischen Gemeinde als Zentrum jüdischen Lebens in Australien. Viele Mitglieder der Gemeinschaft werfen der Regierung vor, nicht entschieden genug gegen Antisemitismus vorzugehen.

⇢ Trump-Kandidat triumphiert – Jüdisches Fahrzeug in Flammen

Premierminister Albanese sicherte nach dem Anschlag in Sydney ein konsequentes Einschreiten gegen jede Form von Judenfeindlichkeit zu.