Ein Kreuzfahrtschiff, drei Tote, ein Virus – und eine Französin kämpft auf der Intensivstation um ihr Leben.
Eine mit dem Hantavirus infizierte Französin liegt auf der Intensivstation eines Pariser Krankenhauses in kritischem Zustand. Das bestätigte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist. Der Infektiologe Xavier Lescure erklärte, das Virus habe die Lunge der Frau befallen – sie werde mittlerweile mit einer künstlichen Lunge am Leben erhalten.
Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff
Die Frau gehört zu einer Gruppe von fünf französischen Staatsangehörigen, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ befanden, auf dem ein Hantavirus-Ausbruch registriert wurde. Insgesamt sind bisher drei Passagiere des Schiffs gestorben, bei denen eine Infektion mit dem Andesvirus – einem Typ des Hantavirus – nachgewiesen wurde oder als wahrscheinlich gilt. Die vier weiteren Franzosen aus dieser Gruppe wurden negativ getestet.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldete am 12. Mai insgesamt 11 Erkrankte auf dem Kreuzfahrtschiff, davon neun bestätigte Hantavirus-Infektionen.
Sie sowie Personen, die Kontakt zu ihnen hatten, befinden sich zur Sicherheit in stationärer Isolation. Die WHO empfiehlt für Kontaktpersonen eine 42-tägige Quarantäne zu Hause oder in einem Krankenhaus. Das Schiff lief am Sonntag den Hafen von Teneriffa an. Noch am selben Tag wurden unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen Sonderflüge organisiert, um die Passagiere aus insgesamt 23 Ländern in ihre Heimatstaaten zurückzubringen und eine weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.