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Infrastruktur

Neue Autobahn in Ungarn: Das ändert sich für Balkan-Reisende

Neue Autobahn in Ungarn: Das ändert sich für Balkan-Reisende
(FOTO: mkif.hu)
3 Min. Lesezeit |

Ungarn baut an einer neuen Schnellstraße – und die könnte Sommerreisen für tausende Österreicher grundlegend verändern.

Ungarn plant den Bau einer neuen Schnellstraße namens M200, die künftig eine alternative Verbindung für Reisende aus Österreich in Richtung Kroatien und Serbien schaffen soll. Das Vorhaben zielt darauf ab, den stark belasteten Korridor rund um Budapest zu entlasten. Die neue Trasse soll die M1 im Bereich Komarom mit der M7 bei Szekesfehervar verknüpfen und zu einem späteren Zeitpunkt bei Sarbogard an die M8 angebunden werden – womit westlich der ungarischen Hauptstadt eine neue Nord-Süd-Achse entstehen würde.

Für Reisende aus Österreich ist das Projekt von besonderer Relevanz, da Fahrten nach Kroatien oder Serbien bislang in der Regel über die M1 und den Budapester Autobahnring M0 verlaufen, wo es vor allem in den Sommermonaten regelmäßig zu erheblichen Verzögerungen kommt.

Neue Umfahrungsroute

Mit der M200 würde eine Ausweichmöglichkeit entstehen, die den Durchgangsverkehr großräumig um Budapest herumführt. Für jene, die Richtung Kroatien unterwegs sind, ist vor allem die Anbindung an die M7 entscheidend – diese Strecke führt weiter zum Balaton sowie zur kroatischen Grenze bei Letenye-Gorican. Reisende aus Österreich könnten dadurch bereits früher von der bisherigen Budapest-Route abweichen und die M7 auf kürzerem Weg erreichen.

Langfristig könnte das Projekt auch für Serbien-Reisende an Bedeutung gewinnen. Über die geplante Anbindung an die M8 und eine Weiterführung in Richtung Kecskemet würde sich eine Verbindung zur M5 ergeben, die über Szeged zur serbischen Grenze bei Roszke-Horgos führt. Damit wäre die Route zwischen Wien und Belgrad künftig weniger stark vom Verkehrsaufkommen im Großraum Budapest abhängig.

Baubeginn ab 2027

Geplant ist die M200 als vierstreifige Schnellstraße, wobei ein Baubeginn frühestens für das Jahr 2027 vorgesehen ist. Der ungarische Minister für Bau und Verkehr, János Lázár, hat 2024 offiziell bekanntgegeben, dass alle notwendigen Genehmigungen für den Bau vorliegen. Nach Angaben des ungarischen Bau- und Verkehrsministeriums sollen die Bauarbeiten Bestandteil eines größeren Infrastrukturplans bis etwa 2031 sein. Für die bevorstehenden Urlaubssaisonen ergibt sich daraus noch keine Veränderung – die bekannte Streckenführung über M1, M0, M7 beziehungsweise M5 bleibt vorerst maßgeblich.

Das Vorhaben spiegelt eine verkehrspolitische Neuausrichtung Ungarns wider: weg von der Bündelung aller Verbindungen über Budapest, hin zu leistungsfähigen Querverbindungen im Landesinneren. Davon könnten auf Dauer Pendler, der Güterverkehr sowie Reisende in den Balkanraum profitieren.

Für die in Österreich lebende Diaspora wäre eine solche Entwicklung von besonderem Gewicht, da jedes Jahr tausende Familien die Strecke mit dem Auto zurücklegen.

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KO KOSMO-Redaktion
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