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Betrugsmasche

Perfide Krebslüge: Ehepaar übergibt Goldschatz an Unbekannten

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Foto: iStock

Mit einer perfiden Lüge über den todkranken Sohn brachten Betrüger ein Ehepaar aus Oberösterreich um ihr Erspartes. Der Goldschatz verschwand im Rucksack eines Unbekannten.

Ein Ehepaar aus Oberösterreich im Alter zwischen 60 und 70 Jahren wurde Opfer einer ausgeklügelten Betrugsmasche. Am vergangenen Freitagvormittag erhielt die Pensionistin aus dem Bezirk Eferding einen Anruf, bei dem sich der Täter als Leiter der Chirurgie eines Krankenhauses ausgab. Der Betrüger behauptete, ihr Sohn sei in ein Linzer Spital eingeliefert worden und leide an Krebs im Endstadium. Angeblich existiere in der Schweiz ein lebensrettendes Medikament zum Preis von 180.000 Schweizer Franken. Für die Beschaffung benötige man jedoch eine “Sicherheitsleistung” in Form von Wertgegenständen.

Während der Ehemann beunruhigt zum Krankenhaus fuhr, hielten die Kriminellen die Frau telefonisch in einem Gespräch. Sie forderten sie auf, Wertgegenstände als “Sicherheit” für die Krankenkasse zusammenzusuchen, die ein Mitarbeiter abholen würde. Tatsächlich erschien etwa eine Stunde nach dem ersten Kontakt, gegen 12:40 Uhr, ein Mann mit Rucksack am Wohnort der Familie. Die Frau händigte ihm einen erheblichen Goldbestand in Münzform sowie diverse Schmuckstücke aus.

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Beträchtlicher Schaden

Wie die Polizei am Dienstag bekannt gab, ist der entstandene Schaden beträchtlich, wobei die genaue Summe auf Nachfrage der Oberösterreichischen Nachrichten nicht veröffentlicht wurde. Etwa 40 Minuten nach der Übergabe erkannte das Ehepaar den Betrug und erstattete um 13:20 Uhr Anzeige bei der Polizei. Die umgehend eingeleitete Fahndung nach den Tätern blieb erfolglos.

Das Landeskriminalamt Oberösterreich hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet unter der Telefonnummer 059133 40-3333 um sachdienliche Hinweise.

Polizeiliche Ratschläge

Die Polizei rät bei verdächtigen Anrufen zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen: Legen Sie am besten auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Rufen Sie den Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an. Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie die Polizei.

Bedenken Sie: Niemals ist die Behandlung einer kranken Person in einem Krankenhaus von einer vorherigen Zahlung eines Geldbetrages abhängig.